„Doch, wir waren damals ein streitbarer Haufen“, erinnert sich der Landwirt Hubert Dangelmaier, der 1980 Gründungsmitglied der „Bürgerinitiative Donau-Riß“ war. Etwa 15 bis 20 Leute gründeten damals einen Verein, informierten die Bürger und wiesen vor allem auf Gefahren der Atomkraft hin. „Und das zu einer Zeit, als man gegenüber der Atomkraft noch euphorisch gestimmt war“, sagt Erwin Schenk, ebenfalls Mitglied.

An diese Zeit möchten BUND und die Grünen mit einem Begegnungs- und Informationsnachmittag anknüpfen. Am Sonntag, 4. Oktober, 12 Uhr, laden sie auf die Wiese am Donau-Radweg zwischen Ersingen und Öpfingen ein. Das ist in etwa der Ort, an dem 1980 das AKW geplant und bereits eine Messstation aufgebaut war. Der BUND hat sich dann 1983 gegründet. Landwirt und Elektromechaniker Dangelmaier baute schon 1982 eine Solaranlage auf sein Dach, Erwin Schenks Anlage ist von 1983.

Die BI fand Unterstützung beim Ersinger Pfarrer Fritz Streitberger, der das Gemeindehaus für Infoveranstaltungen zur Verfügung stellte. Die junge Tierärztin Annerose Weiß aus Schaiblishausen malte Plakatmotive, die am nun wieder aufleben. Auch die „Atomkraft-Nein-Danke“-Fahne gibt es noch.

Erinnern, diskutieren, gut essen, mahnen und vorausschauen werden die Akteure am 4. Oktober. Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst, den der streitbare Pater Alfred Tönnis halten wird. Redner sind Raimund Kamm vom Forum „Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik“ und MdB Sylvia Kotting-Uhl von den Grünen. Thomas Giesinger (BUND) wird Lieder aus der Widerstandszeit singen, auch der Liedermacher Walter Spira ist dabei. Im Geist von damals möchten die Veranstalter nach vorne blicken und den Ausbau erneuerbarer Energien sowie das frühere Abschalten der AKW thematisieren. Die BI Donau-Riß gibt es nämlich immer noch. Allerdings fehle vor allem bei den jungen Menschen der Widerstandsgeist von damals. „Dabei haben wir immer noch fast die gleichen Probleme“, sagt Angela Scheffold. Was mit dem Atommüll geschehen soll, weiß auch 35 Jahre nach Gründung der BI noch niemand.