Ehingen / Renate Emmenlauer  Uhr
Die Organisatoren des Rotary Clubs Ehingen/Alb-Donau sind begeistert über die große Resonanz auf die Weihnachtsaktion.

Vor kaum drei Monaten kam die Idee ins Rollen, bedürftigen Menschen im Kosovo Weihnachtsfreude zu schenken – insbesondere mit Hilfsgütern zur Selbsthilfe. Jetzt zeigt sich: Das ist gelungen. Mehrfach hatte der Rotary Club Ehingen/Alb-Donau in der Öffentlichkeit zum Spenden aufgerufen. Und der Zuspruch war großartig, wie Rotary-Präsident Frank Wirtz jetzt beim Verladen bilanziert hat. Zusammen kamen 42 Nähmaschinen, zwei Industrienähmaschinen, zudem jeweils eine Schusternähmaschine und eine Lederschleifmaschine. Mit den Nähmaschinen sollen junge Frauen den Beruf der Schneiderin erlernen und junge Männer sollen als Schuster ausgebildet werden, um sich, wenn möglich in der Selbstständigkeit, ein sicheres Leben aufbauen zu können.

Zahlreiche Spenden zusammen gekommen

Mit dabei sind auch eine Bandsäge, drei Hobelbänke, sechs Klassenzimmertische und 28 Stühle – dies alles hat die Stadt Blaubeuren aus der früheren Gemeinschaftsschule gespendet. Außerdem gibt es professionelles Werkzeug für Schreiner, Schlosser und Elektriker. Neben diesen Materialien zur Selbsthilfe wurden zwei Elektroherde und eine Waschmaschine abgegeben, zudem diverse Küchengeräte wie Kaffeemaschinen, Töpfe, Pfannen, Geschirr, Mikrowellengeräte, Entsafter, Elektrogrills und Küchenmaschinen.

Wie Schatzmeister Hubert Bold mitteilt, habe auch der Aufruf nach funktionsfähigem Spielzeug und Kinderkleidung viel gebracht. Sogar zwei sehr gut erhaltene Kinderwagen seien abgegeben worden. Nicht zuletzt kam eine Spende mit 57 Kartons an Teigwaren für die überlebenswichtige Suppenküche in der Großstadt Mitrovice rein. „Der Lkw ist proppenvoll. Mehr geht nicht“, freut sich Hubert Bold. 30 prall gefüllte Paletten mit Hilfsgütern, gut zehn Tonnen, waren von einem Dutzend Rotarier samt Ehefrauen im Außenlager der Spedition Stöhr in der Ehinger Katharinasteige zum Transport in den Kosovo hergerichtet worden. Am späten Neujahrsabend geht die Reise für Max Braun (26) und Matthias Jörg (27) los. Am 5. Januar wollen sie wieder daheim sein. Die beiden Berufskraftfahrer der Spedition Stöhr aus Rottenacker haben vergangene Woche noch alles in den Truck geladen. Die gesamte Ware ist bereits verzollt. Rotarier Erwin Stöhr übernimmt die Kosten für den Transport und die beiden Fahrer.

30 Stunden für 1760 Kilometer

Für die 1760 Kilometer in den Kosovo rechnen Max Braun und Matthias Jörg gut 30 Stunden an Fahrzeit ein. Die jungen Brummi-Fahrer sind stolz darauf, den „Weihnachtstruck 2018“ des Rotary Clubs Ehingen/Alb-Donau fahren zu dürfen. „Das ist so ein wertvolles Projekt. Da helfen wir natürlich gerne mit. Außerdem waren wir noch nie so weit mit dem Lkw unterwegs“, meint Max Traub. Ab der Grenze wird das Fahrer-Duo zum Kosovo wird der Weihnachtstruck von einem Dolmetscher an den Zielort begleitet. Die Kontakte hat Hubert Bold als früherer Oberst bei der Bundeswehr hergestellt, da er während seiner Dienstzeit selbst Hilfseinsätze im Kosovo koordiniert hat.  Bold konnte über die evangelische Militärseelsorge des deutschen KFOR-Kontingents die Diakonie Kosovo aktivieren, die unter anderem in dem kriegsgebeutelten Land vier Lehrlingszentren für Schneiderinnen, Schreiner, Schlosser und Elektriker betreibt.

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