Ehingen An der Brücke über die Schmiech sitzen jetzt die neuen Poller

Gelb und kantig: Die nachgebauten Poller entsprechen in Form und Farbe dem Zustand von 1895.
Gelb und kantig: Die nachgebauten Poller entsprechen in Form und Farbe dem Zustand von 1895. © Foto: Andreas Hacker
Ehingen / ANDREAS HACKER 07.12.2012
Jetzt sind sie da, die Poller an der Brücke über die Schmiech in der Bahnhofstraße in Ehingen - angefertigt in Absprache mit dem Denkmalschutz.

Sie wiegen etwa 1,5 Tonnen das Stück, sind aus massivem durchgefärbtem Beton und so etwas wie die Schlusssteine in der rund 440 000 Euro teuren Sanierung der Brücke über die Schmiech: Gestern Morgen sind die neuen Poller eingesetzt worden.

Im Juni 2011 hatten in der Bahnhofstraße die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Bauwerk aus dem Jahr 1895 begonnen, nun fehlen nur noch etwas Farbe und ein bisschen Feinarbeit. Zwischen Stein und Geländer gibt es noch Lücken, 25 bis 30 Zentimeter groß, sagt Rolf Schmid vom Tiefbauamt der Stadt, die werden demnächst geschlossen, damit da niemand durchfallen kann. Und im Frühjahr bekommt das Ehinger Stadtwappen, das die neuen Poller als Profil schon ziert, sein Rot und Weiß.

Grundlage der gesamten Sanierung war die Übereinkunft mit dem Landesdenkmalamt, dass die Brückenansicht erhalten werden muss, nicht aber die Bausubstanz. Das erlaubte den Nachbau der verwitterten Poller in einem aufwendigen Verfahren, wie Simon Brotbeck von der Ehinger Baufirma beschreibt, die im Frühjahr 2011 den Zuschlag für die Arbeiten erhalten hatte.

Vor Beginn der Sanierung war die Brücke von der Restauratorin Sabine Haarseim mit Hammer und Meißel untersucht worden. Ziel war es, im Auftrag der Stadt den Originalzustand der Pfeiler, des Geländers und der Brückenbögen zu erheben. Dabei stieß die Restauratorin an verschiedenen Stellen auf die Farbe Gelb. "Wir haben aus den alten Pollern einige Stückchen rausgebrochen", erzählt Brotbeck, dabei kam ebenfalls Gelb zum Vorschein. Weil auch alte Postkarten das Gelb bestätigten, wurde so die Farbe der neuen Poller bestimmt.

Einen der alten Steine hat die Steinmetzwerkstatt Freudenreich dann aufgearbeitet, damit von ihm ein Abdruck für eine Negativform genommen werden konnte. Die ist dann bei Brotbecks vier Mal ausgegossen worden, mit Beton aus speziellen Zement, der weiß sein musste, damit die zugesetzte Farbe nicht durch das sonst übliche Grau verfälscht wird. "Wir haben viele Probewürfel gegossen, bis alles gestimmt hat", erzählt Brotbeck.

Themen in diesem Artikel