Er dachte, es handle sich um Flaschenöffner, als er die beiden Schlagringe im Internet bestellt hat – so äußerte sich ein 37-Jähriger gestern vor dem Ehinger Amtsgericht. Er war wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt. Denn Schlagringe gelten als Waffen, und deren Erwerb ist in diesem Fall strafbar, führte der Staatsanwalt aus.

Dem nun Angeklagten war zunächst ein schriftlicher Strafbefehl zugegangen; er legte dagegen Einspruch ein, deswegen kam es zur Verhandlung.

Schlagringe landeten beim Zoll

Der 37-Jährige räumte den Kauf zwar ein, wollte aber keine Waffen bestellt haben. Auf dem Bild im Internet hätten die Schlagringe nicht wie solche ausgesehen, sagte der Angeklagte. Und er sei davon ausgegangen, dass die Lieferung vom Zoll kontrolliert werde, ergänzte sein Anwalt. So war’s dann auch: In einer zentralen Poststation sicherte der Zoll die aus dem Ausland gelieferte Ware.

800 Euro Strafe

Amtsgerichtsdirektor Wolfgang Lampa stellte das Verfahren schließlich gegen eine Geldauflage vorläufig ein, mit der Zustimmung des Staatsanwalts und des Angeklagten. Dieser muss nun 800 Euro an den Förderkreis für tumor- und leukämiekranke Kinder in Ulm zahlen, aufgeteilt in vier Monatsraten. Kommt er dieser Verpflichtung nach, ist das Verfahren endgültig eingestellt. Zahlt er nicht, werde erneut verhandelt.

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