Tiere Alpakas sind keine Kuscheltiere

Seltene Haustiere: Claudia und Klaus Koch halten in Talheim bei Lauterach Alpakas.
Seltene Haustiere: Claudia und Klaus Koch halten in Talheim bei Lauterach Alpakas. © Foto: Maurice Glienke
Talheim / Maurice Glienke 18.07.2018
Seltene Haustiere halten Claudia und Klaus Koch in Talheim: Alpakas stammen ursprünglich aus den Anden und liefern eine begehrte Wolle.

Zwar sehen sie aus wie Kuscheltiere – es sind aber keine, sagt Klaus Koch aus Talheim bei Lauterach. Die Rede ist von Alpakas, 16 leben auf dem Hof von Klaus und Claudia Koch; in ganz Deutschland gibt es nur knapp 2000 der Tiere. Ganz wichtig, sagt Koch: „Sie müssen in Herden gehalten werden.“ Vom Gesetzgeber sind mindestens 1000 Quadratmeter Fläche vorgeschrieben, bei Klaus Koch dürfen sie sich sogar auf knapp einem Hektar austoben.

Anders als viele andere Tiere sind die Alpakas bei Kälte und Schnee sogar gerne auf der Wiese. Denn in den südamerikanischen Anden, woher diese Tierart ursprünglich stammt, herrscht liegt fast das ganze Jahr Schnee. Zwar leben die Tiere meist auf der Wiese, sie fressen das Gras aber nur höchst selten. Die Alpakas erfreuen sich mehr an Sträuchern und ganz besonders am Heu. „Das muss man ihnen täglich das ganze Jahr über geben“, sagt Koch. Denn die Alpakas haben nur Zähne im Unterkiefer, oben nur eine Kauplatte.

Fingerspitzengefühl ist nötig

Koch hatte vor rund acht Jahren auf dem Hof eines Bekannten Alpakas gesehen – und sich dafür begeistert. In jedem Jahr sind es mehr Tiere geworden – in den verschiedensten Farben. Dabei hat sich über die Jahre hinweg eine enge Beziehung zwischen den Tieren entwickelt und den Menschen, die sie versorgen. So ist es dann auch möglich, mit einigen der Tiere auf den Wanderwegen rund um Lauterach spazieren zu gehen. „Das entschleunigt die Tiere, aber man muss auch Fingerspitzengefühl beim Umgang haben“, sagt Claudia Koch.

Anders als Lamas, die zu einer ähnlichen Gattung zählen, spucken die Alpakas nur in seltenen Fällen. „Bei uns habe ich das bisher kaum erlebt“, weiß Klaus Koch. Einzig an Silvester durch die lauten Knalle geraten die Tiere schon mal in Panik. Als Beschützer agieren die Alpakas vor Füchsen, Wölfen und Hunden. Einmal pro Jahr müssen die Paarhufer geschoren werden. Zuvor müssen die Tiere geölt werden, weil die Wolle zu trocken ist. Denn anders als bei Schafen liegt darunter keine Fettschicht. Nach 20 Minuten sind die Alpakas von ihrem Wollkleid befreit.

Die abgenommene Wolle kommt dann zu Angelika Bauer nach Griesingen, die sie weiterverarbeitet. Gegen die Alpakawolle sind, aufgrund ihrer Fasern, nur wenige Menschen allergisch. Deshalb werden die daraus hergestellten Stücke wie Schals und Pullover gerne getragen. „Die Wolle ist sehr angenehm am Körper und führt zu keinerlei Reaktionen“, erklärt Angelika Bauer. Für sie ist die Verarbeitung aber mühsam. Denn von den rund drei Kilogramm Wolle pro Tier bis zum fertigen Produkt sei es noch einiges An Aufwand.

Pur ist die Wolle zu teuer

„Reine Wolle von Alpakas ist ein Edelprodukt und gibt es eigentlich nicht zu kaufen, meist nur in Kombination mit Schafswolle, weil es sonst zu teuer wird“, meint Angelika Bauer.

16

Alpakas halten Claudia und Klaus Koch auf ihrem Hof in Talheim bei Lauterach. In ganz Deutschland leben ungefähr 2000 Tiere.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel