Industrie Allmendingen: Kantinen-Neubau schreitet voran

Allmendingen / Julia-Maria Bammes 30.06.2018
Bis Jahresende soll die Kantine samt Sozialräumen von Schwenk Zement fertig sein. Kosten: Vier Millionen Euro.

Der Kirchturm von Mariä Himmelfahrt, die Häuser an der Panoramastraße und die Krane von Liebherr in Ehingen – der Blick aus der neuen Kantine von Schwenk Zement in Allmendingen reicht weit. Bis zum Ende des Jahres soll der Neubau fertig sein, sagt Werksleiter Jürgen Thormann. Die Arbeiten begannen Ende 2017.

Die Zementwerks-Kantine gilt vielen Allmendingern als fester Anlaufpunkt: Sie kommen zum Mittagessen, Vereine treffen sich zu kleinen Feiern. Ein Miteinander, das gut und gewünscht ist, sagt Thormann. „So gelingt es uns, die Kontakte mit den Bürgern auf einem guten Niveau zu halten.“ Jedoch müsse Schwenk die Sicherheit seiner Besucher garantieren. Jeder, der zum Mittagstisch in die Kantine kommt, betritt Werksgelände, benötige deshalb auch eine Unterweisung in die Sicherheitsvorschriften – ein aufwändiges Vorgehen.

Die bisherige Kantine, seit Jahrzehnten in Betrieb, gilt als nicht mehr zeitgemäß. Eine Modernisierung wäre aber verhältnismäßig teuer geworden, schildert Thormann. Außerdem sollten auch die Sozialräume saniert werden.

Modernes Gebäude mit Flachdach

Der Neubau ist 20 Meter breit und 35 Meter lang, erläutert Florian Scherl, Projektingenieur im Technischen Büro bei Schwenk. Der Entwurf für das moderne Gebäude mit Flachdach stammt vom Allmendinger Architekten August Münz, der bereits mehrere Projekte für Schwenk Zement realisiert hat, unter anderem auch den Bau des neuen Leitstandes.

„Wir wollten auch ein Stück weit die Silhouette des Werkes schöner gestalten“, erläutert Thormann. Der schlichte Kubus besticht vor allem durch die breite Fensterfront im ersten Stock. Es kommt – wie kann es bei einem Zementhersteller anders sein – viel Sichtbeton zum Einsatz. Säulen und einige rote Fassaden-Elemente setzen Akzente.

Für den Neubau wurde das alte Sozialraumgebäude abgerissen; Duschen und Spinde haben während der Bauphase in der Halle der ehemaligen Dämmtechnik eine provisorische Bleibe gefunden. Abgerissen und verlegt wurde auch eine Umspannstation.

Gäste erreichen die Kantine künftig über einen Eingang, der direkt auf den Besucherparkplatz führt. Mitarbeiter haben Zugang mit einem Chip-Transponder über den Haupteingang, der innerhalb des mit einem Zaun begrenzten Werksgeländes liegt. „Es wird keine öffentliche Einrichtung werden“, sagt Thormann, man wolle aber weiter offen für die Bürger aus dem Umfeld sein.

Herzstück des Neubaus ist die Kantine im ersten Stock, die Platz für etwa 150 Gäste bietet. In den Küchenräumen gibt es separate Bereiche zur Zubereitung kalter und warmer Speisen, Kühlräume, einen Spülraum sowie einen Aufzug.Ein barrierefreier Zugang ist über den Haupteingang möglich.

Trainingsraum im Keller

Im Erdgeschoss ist Platz für Duschen und Spinde. Außerdem wird es ein Zimmer für den Betriebsarzt samt Wartebereich geben. Im Keller wird der Trainingsraum untergebracht. Dieses Angebot besteht bereits „und wird sehr gut angenommen“, sagt Thormann. Die Mitarbeiter können sich während ihrer Arbeitszeit von einem Sportfachmann für sie passende und geeignete Übungen zeigen lassen.

Der bisherige Mitarbeiterparkplatz soll zur Grünfläche umgestaltet werden. Der Parkplatz vor dem Gebäude wird erweitert. Dies gilt auch für das bestehende Versickerungsbecken; das Regenwasser, das sich auf dem Neubau sammelt, soll nicht ungebremst in die Kanalisation fließen. Die hohen Glasfronten erhalten eine Abschattung. Für die Heizung möchte Schwenk die Abwärme nutzen, die am Brennofen entsteht.

Insgesamt investiert der Zementhersteller rund vier Millionen Euro für den Neubau. Derzeit arbeiten die Handwerker an der Gebäudetechnik, dann stehen der Innenausbau und die Einrichtung an. „Da war eine Urtümlichkeit und Gemütlichkeit vorhanden. Die müssen wir mit umziehen“, sagt Thormann über die bisherige Kantine. Die Besucher sollten sich nach wie vor in der Kantine wohlfühlen. Nach dem Umzug wird die bisherige Kantine vermutlich erst einmal ohne Nutzung bleiben. Im unteren Bereich des Gebäudes wurde vor einigen Jahren ein neues Labor eingerichtet, das weiter genutzt wird.

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