Landwirtschaft Allmendingen: 2500 Tonnen Getreide täglich

Allmendingen / RENATE EMMENLAUER 09.08.2018
Zur Erntezeit gibt es beim Allmendinger Agrarhandel Allgaier rund um die Uhr zu tun. Dieses Jahr begann die Saison früh.

Die Schlange der voll beladenen Anhänger reicht vom Außenbetrieb des Agrarhandels Allgaier im Allmendinger Industriegebiet fast bis zur Bundesstraße 492. Und das am Samstagabend, wenn manch anderer seine Zeit im Biergarten oder  auf der Terrasse verbringt.

„Die Frucht muss dieses Jahr schnellstens abgeerntet werden, sonst haben wir anstelle der Körner nur noch Brösel. Es ist eh schon hart an der Grenze. Wir haben schon gravierende Einbußen“, erläutert ein Landwirt aus der Region Biberach, der an diesem Tag bereits zum vierten Mal bei der Firma Allgaier ablädt.

Nicht ganz so dramatisch ist laut Hermann Kirsammer die Lage auf der Schwäbischen Alb. Der Senior hat einen großen Anhänger mit Braugerste dabei. „Bei uns war es nicht ganz so heiß, und es hat immer wieder mal geregnet. Ich bin mit dem Ertrag einigermaßen zufrieden“, zieht der Magolsheimer Bilanz. Der Allmendinger Agrarhandel Allgaier wird von vielen Landwirten von der Alb beliefert. „Weil die Getreidepreise dieses Jahr etwas höher sind, können die Betriebe in dieser Region den geringeren Ertrag doch noch etwas kompensieren“, sagt Karl Allgaier.

Weit schlimmer getroffen habe es die Bauern im Osten Deutschlands. Wegen der Trockenheit und der Hitze sei die Frucht dort so stark geschädigt, dass sie kaum mehr nutzbar ist, sagt der Chef des mittelständischen Familienbetriebs mit Bedauern. „Wir sind wegen dem Wetter dieses Jahr mindestens zwei Wochen früher dran.“

Die ganze Familie ist im Einsatz

An Freizeit ist während der Erntezeit nicht zu denken. Geschweige denn an einen Sommerurlaub. Während der Ernte sind nicht nur Karl Allgaier, seine Frau Renate sowie ihre Mitarbeiter im Dienst, sondern auch die beiden Töchter. Während Patricia (18), die gerade ihr Abitur in der Tasche hat, in den vergangenen Wochen im Zweiggeschäft in Donzdorf (Kreis Göppingen) im Einsatz war, hat ihre zwei Jahre ältere Schwester Alexandra, die als BWL-Studentin derzeit Semesterferien genießt, den Allmendinger Außenbetrieb unterstützt.

An Tagen mit Hochbetrieb kommen schon mal 2500 Tonnen Getreide rein, der Durchschnitt beläuft sich auf 800 Tonnen. Das Außenlager fasst 16.000 Tonnen, der Betrieb im Ort, an der Mühlstraße, nochmals 4000 Tonnen.

Wenn Getreide angeliefert wird, muss erst die Ladung gewogen werden, dann wird mit dem großen Staubsauger eine Probe entnommen, die im Labor analysiert wird. Sofort werden die Bestandteile des Getreides ausgewertet. Letztere dienen dann als Grundlage zur Abrechnung. „Den Wassergehalt müssen wir dieses Jahr nicht prüfen. Alles ist nusstrocken“, sagt Karl Allgaier.

Angeliefert werden mehrheitlich Weizen, Braugerste und Raps, die der Agrarhandel Allgaier weiter veräußert. „Viele Nebenerwerbslandwirte haben keine Viehzucht, sondern nur Ackerbau. Die haben dann keinerlei Eigenbedarf.“ Anders sehe es bei Betrieben mit Schweinen aus, „die kaufen oft noch dazu, weil das eigene Futter nicht ausreicht“.

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