Wir waren der erste Jahrgang hier und wollten unsere alten Lehrer besuchen“, sagte Anita Kübek, die mit ihrer Freundin zum Informationstag an die Magdalena-Neff-Schule gekommen ist. „Wir waren sozusagen die Versuchskaninchen und haben 2012 unser Abi gemacht“, sagte die Ehingerin. Anita Kübeck ist nach dem Abschluss des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums in der Industrie gelandet, ihre Freundin beschäftigt sich beim Finanzamt mit Steuerrecht.

Ein Extrajahr zur Vorbereitung

Eltern und Jugendliche mit den unterschiedlichsten Fragen kamen in die Schule. „Unsere Tochter besucht die Förderschule und möchte Kinderpflegerin werden“, sagte ein Vater. Um die Berufsfachschule für Kinderpflege zu besuchen braucht das Mädchen einen Hauptschulabschluss und im Fach Deutsch die Note befriedigend. Das hatte das Mädchen nicht. Doch Manuela Rafensteiner konnte weiterhelfen. „Wir haben ab dem kommenden Schuljahr einen neuen Schulzweig“, sagte die Lehrerin. Das „AVdual“ (Duale Ausbildungsvorbereitung) ist ein zusätzliches Jahr, um Schüler auf die zweijährige Berufsfachschule vorzubereiten. „Wir haben nämlich gemerkt, dass manche Schüler im ersten Jahr der Berufsfachschule feststellen, dass sie das nicht schaffen“, erläuterte Manuela Rafensteiner.

Die Ausbildungsvorbereitung ist „niveaudifferenziert“ und steht Schülern mit und ohne Hauptschulabschluss zur Verfügung. „Da kommen auch welche, die vielleicht wochenlang keine Schule besucht haben oder nur Vierer im Zeugnis stehen haben“, sagte Manuela Rafensteiner. Durch eine Ganztagesförderung, Kompetenzanalyse und Förderung von eigenverantwortlichem Lernen soll das Niveau so weit gehoben werden, dass dann der Eintritt in die Berufsfachschule möglich ist.

Am Informationstag gaben sowohl Schüler als auch Lehrer über die zwölf verschiedenen Schularten der Magdalena-Neff-Schule Auskunft. Theresa Springer aus Dächingen möchte Erzieherin werden und hat bereits einen Ausbildungsplatz im Kindergarten St. Franziskus erhalten. Die 16-Jährige war dabei, den Besuchern das Filzen zu zeigen. Aus den gefilzten Quadraten konnte man in einem nächsten Schritt Blüten formen, die zu einer Kette gebunden und mit Lichtern versehen eine heimelige Lichterkette ergaben.

Bildung der Persönlichkeit

Am Nebentisch zeigte eine Mitschülerin wie man die Hände richtig desinfiziert. Auch Benita Braig (16) aus Altsteußlingen weiß, was sie beruflich machen will. „Ich gehe erst ein Jahr in Ingerkingen in der St. Elisabeth-Stiftung in ein FSJ und mache dann die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin.“

Das Sozialwissenschaftliche Gymnasium, das jährlich 60 Schüler aufnimmt, stellte sich ebenfalls vor. Im Kunstraum malten Schülerinnen Selbstporträts. „Die Auseinandersetzung mit dem Porträt ist Teil der Persönlichkeitsbildung“, erläuterte die Schülerin Marina Glökler aus Ehingen. „Wie stelle ich mich dar und wie werde ich wahrgenommen“ seien Fragen, die man sich in der Oberstufe stelle.

Neben den Fachinformationen konnte man auch den musikalischen Beiträgen lauschen oder sich die Ausstellungen in den Schaukästen anschauen. Zudem gab es Erzeugnisse aus der Schulküche zu kaufen.