Magdalena Drmota sitzt am großen Esstisch der Familie und ist die Freundlichkeit in Person. Die Dame strahlt Ruhe und Zufriedenheit aus. Nebenan in der Küche macht ihre Tochter Gabriele Luczak gerade Wirsingrouladen. Punkt 12 Uhr steht das Essen auf dem Tisch, „und oft sind wir bis zu 10 Personen“, sagt Gabriele Luczak.

Seit sieben Jahren wohnt Magdalena Drmota in dem großen Haus in Dettingen bei der Familie ihrer Tochter. Im Erdgeschoss wohnt die Familie der Enkel und abends kommen die drei Urenkel hoch zur Uroma und sagen im Schlafanzug „Gutnacht“. Vier Generationen kommen hier gut miteinander aus.

Die Zellstoff war wichtig

Magdalena Drmota wurde in Ehingen in der Brandgasse geboren. Das Mädchen war die Jüngste von vier Kindern und ging in der Schulgasse zur Volksschule. „Danach habe ich den Beruf der Probemacherin in der Zellstoff gelernt“, erzählt die Seniorin. Sie musste Papierstreifen von den großen Ballen abschneiden und auf ihren Wassergehalt prüfen. Die Papierfabrik spielte in dem langen Leben der Jubilarin stets eine große Rolle und sie genießt es, dass sie von ihrer jetzigen Wohnung zur Zellstoff hinüber schauen kann.

„Mein Mann Thomas war Werkführer in der Zellstoff“, erzählt Magdalena Drmota. Die Probemacherin und der Werkführer liefen sich beinahe zwangsläufig über den Weg und heirateten 1950. Das Ehepaar bekam mit Gabriele und Hans-Peter zwei Kinder und baute sich in der Alt­steußlinger Straße 18 unterhalb der heutigen Schlecker-Villa ein kleines Haus, in dem Magdalena Drmota bis zu ihrem 83. Lebensjahr lebte. „Wir haben 500 Quadratmeter verkauft, damit der Schlecker seine Villa bauen konnte“, erzählt die Seniorin.

Dampfnudeln und Cevapcici

Magdalena Drmota war in jungen Jahren beim katholischen Frauenbund und führte einen Haushalt, in dem sich jugoslawische Küche mit schwäbischer Küche wunderbar abwechselten. Dampfnudel waren „solche Bolla“, zeigt die Seniorin beinahe fußballgroße Teiglinge, die echt schwäbisch auf Kartoffeln gesetzt wurden. Natürlich gab es auch Cevapcici, weil ihr Mann aus Sarajevo stammte. Diese schwäbisch-jugoslawische Küche pflegt nun Tochter Gabriele und hat sie um schlesische Spezialitäten ergänzt, weil ihr Mann Klaus-Peter dort seine Wurzeln hat. Klaus-Peter Luczak war Jahrzehnte als der Inhaber eines Bastel- und Kostümgroßhandel bekannt. Als die benachbarte Firma Elektro Halder dringend ein Lager brauchte, gab Klaus-Peter Luczak den Betrieb auf und arbeitet seitdem bei Halder als Lagerist.

Die Seniorin Magdalena Drmota hat sechs Enkel und acht Urenkel. Enkel Nico Drmota ist Manager der Basketballer vom Team Ehingen-Urspring. Für die Jubilarin Magdalena Drmota hat sich heute ein Schwung Besucher angekündigt und am Wochenende geht man miteinander zum Essen. Auch in der Gastwirtschaft wird es einen großen Tisch brauchen, damit alle Platz haben.