Allmendingen Alle Taktik über Bord geworfen

Jede Menge Tore sind beim Menschenkicker-Turnier in Allmendingen gefallen. Dabei kam es weniger auf die Taktik an.
Jede Menge Tore sind beim Menschenkicker-Turnier in Allmendingen gefallen. Dabei kam es weniger auf die Taktik an. © Foto: Sven Koukal
Allmendingen / SVEN KOUKAL 06.06.2016
Fixiert an einer Stange und damit gemeinsam zum Ziel, hieß es am Samstag beim Menschenkicker-Turnier beim Kreiselfest in Allmendingen.

Dass in Allmendingen und Umgebung viele fußballverrückte Menschen wohnen, ist nicht neu, und daher überrascht es auch nur wenig, was sich der Musikverein der Ortschaft in diesem Jahr zur Einweihung des Festplatzes ausgedacht hat: Gut eine Woche vor der Europameisterschaft in Frankreich hatten die Musiker für den Samstag beim 2. Kreiselmusikfest zum Menschenkicker-Turnier eingeladen.

"Es ist wirklich mal was anderes", befand Patrick Fähnle, Abteilungskommandant der Allmendinger Feuerwehr. "So etwas hat es noch nicht gegeben in der Region", sagte Carolin Fischer, Kassiererin des Musikvereins. Alle grundlegenden Fußballtaktiken waren schon beim Anpfiff des Spektakels Makulatur. Spaß hatten die teilnehmenden Teams und die vielen Zuschauer allein schon deshalb jede Menge.

Da es das Wetter nicht anders zuließ, fand der Wettbewerb im Festzelt statt. Die Aussicht, einen langen und unterhaltsamen Tag siegreich zu gestalten, hatte offenbar einen großen Reiz. Gleich 19 Mannschaften hatten sich fürs Turnier angemeldet, sich kreative Teamnamen ausgedacht und sogar eigene Trikots gestaltet. "Irgendwann mussten wir im Vorfeld die Anmeldungen stoppen, sonst wäre das Turnier bis Mitternacht gegangen", berichtete Fischer über den Andrang auf die Teilnahmeplätze.

Die ursprüngliche Idee für den Kick unter erschwerten Bedingungen kam von Jochen Zäh, der am Samstag als Turnierverantwortlicher und Schiedsrichter in Erscheinung trat. Bereits drei Wochen vor dem eigentlichen Turnier testete der Musikverein in einem Probeturnier die Bespielbarkeit der selbst angefertigten Anlage aus Strohballen, Holzplanken und Metallstangen. Lob kam auch vom Musikvereins-Vorsitzenden Joachim Keller: "Ich bin überwältigt über die Resonanz. Jedes Team hat sich sogar Trikots gemacht, das freut mich besonders."

In vier Gruppen spielten die Mannschaften zunächst die acht Viertelfinalisten aus. Für die aus sechs Spielern bestehenden Mannschaften galten drei besondere Regeln: Die Hände müssen an der Stange in der Schlaufe bleiben, der Kopf befindet sich jederzeit über der Stange. Zudem muss in jeder Mannschaft eine Spielerin vertreten sein. Mit einem kleinen Trick schaffte das auch die Feuerwehr, bei der sich kurzerhand Tobias Halder mit Rock und Perücke als Frau ausgab.

Die Teams sorgten durchaus auch für spielerische Höhepunkte in dem Spiel, in dem es vor allem auf die Kommunikation der Akteure untereinander ankommt. Klassische Fußballtaktik half hier nicht weiter. Und trotzdem, oder gerade deshalb endeten die meisten Spiele mit vielen Treffern. Im Laufe des Turniers entwickelten viele Mannschaften einen enormen Ehrgeiz.

Am Ende ganz oben auf dem Treppchen platzierten sich die "Kessler", die sich in einem äußerst engen Finalspiel gegen die "Schdrau-Buschel-Kicker" durchsetzten. Immer wieder glichen sich die beiden Mannschaften aus, ehe die Kessler nach dem 4:4 mit zwei weiteren Toren für die Entscheidung zum 6:4 sorgten.

Im kleinen Finale unterlagen die "PT nobody" der "Siedlungsgang". Über einen Geldpreis freuten sich nicht nur die ersten Drei, sondern auch der größte Fanclub. Auch dieser stammte von der Siegermannschaft. "Über 30 Zuschauer hatten sie dabei", staunte der Turnierverantwortliche Zäh. Für die zahlreichen Unterstützer wartet ein Spanferkel als Belohnung.

Beim nächsten Fest des Musikvereins soll es eine Neuauflage des Turniers geben. "Dann nicht in dem Rahmen mit dem Zelt. Aber es sind viele Teams auf uns zugekommen. Auch, dass Jung bis Alt begeistert werden konnten, ist ein gutes Zeichen, es wieder zu veranstalten", resümierte Zäh zufrieden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel