Weilersteußlingen Albverein Weilersteußlingen bekommt ersehnte Eichendorff-Plakette

Freude über die hohe Ehrung: Bürgermeister Robert Rewitz übergab die Eichendorff-Plakette an Vertrauensfrau Dorothea Heilig von der Albvereinsgruppe Weilersteußlingen. Foto: Elisabeth Sommer
Freude über die hohe Ehrung: Bürgermeister Robert Rewitz übergab die Eichendorff-Plakette an Vertrauensfrau Dorothea Heilig von der Albvereinsgruppe Weilersteußlingen. Foto: Elisabeth Sommer
Weilersteußlingen / ELISABETH SOMMER 07.10.2013
Geschenke bekam die Albvereinsortsgruppe Weilersteußlingen zur Feier ihres 100-jährigen Bestehens. Beim Festabend am Freitag ist dem Verein auch die ersehnte Eichendorff-Plakette verliehen worden.

Zu besonderer Vorsicht riet Bürgermeister Robert Rewitz bei der Übergabe der Eichendorff-Plakette an den Albverein Weilersteußlingen: Denn die Porzellanscheibe sollte nicht gleich am Abend der Überreichung kaputt gehen, sagte Rewitz in der Bergemer Gemeindehalle. Es sei die schönste Ehrung, die er in den vergangenen 20 Jahren vornehmen durfte. Begleitet wurde die Plakette von einer Urkunde aus dem Bundespräsidialamt mit golden glänzendem Bundesadler auf der Vorderseite.

"Es war auch schwer genug, die Eichendorff-Plakette zu erhalten", quittierte die Vorsitzende Dorothea Heilig ihren dann wirklich vorsichtigen Umgang mit der Ehrenplakette. Das gute Stück gibt es erst für 100-jährige Vereine dieser Art, für die besonderen Verdienste am Wandern, der Heimat und der Umwelt. So steht es auf der Rückseite. Die Vorderseite ziert das Antlitz des Namensgebers Joseph Freiherr von Eichendorff. Die Plakette soll im Wanderheim "Farrenstall" einen Ehrenplatz erhalten. Nicht allein das Alter des Vereins, sondern eine umfangreiche Dokumentation über die Arbeit der Ortsgruppe war notwendig, um die Auszeichnung überhaupt zu erhalten, sagte die Vorsitzende.

Bürgermeister Rewitz übergab im Namen der Gemeinde einen Scheck an die Ortsgruppe auf den Lutherischen Bergen, die momentan 310 Mitglieder zählt. Persönlich begrüßt wurde außer Ortsvorstehern und Ortschaftsräten auch der 93-jährige Georg Schuster als ältestes Mitglied. Weil sich der Albverein mit dem Bergemer Musikverein den ehemaligen Farrenstall als Domizil teilt, hatte Musikvereinsvorsitzende Bianca Scherb Glückwünsche und eine Holzbank im Miniformat als Geschenk dabei. Eine große Bank soll im Frühjahr an der Grillstelle beim Farrenstall aufgestellt werden, als gemeinsame Sitzgelegenheit beim Grillen. "Ja, das machen wir", freute sich Heilig übers Geschenk mit der Verabredung zum Grillen.

Mit guten Wünschen für die Ortsgruppe schloss sich Rolf Kesenheimer vom Schwäbischen Albverein an und übergab eine Ehrenurkunde und ein für die Vereinsarbeit sehr wertvolles Buchgeschenk, wie Rudolf Ganser, der Leiter der örtlichen Volkstanzgruppe und Gauvorsitzende, sofort betonte. Ganser wurde selbst von einer Ehrung überrascht: Weil er seit 35 Jahren die Volkstanzgruppe leitet und damit seit ihrer Gründung, bekam er einen Vesperkorb überreicht. "Es hat mir immer Spaß gemacht", erklärte Ganser zur beachtlichen Zeitspanne. Mit seiner Frau und sechs weiteren Paaren stieg der Realschullehrer auf die Bühne und führte Volkstänze vor. Monika Schwarz beteiligte sich mit drei Kindern von der Kindervolkstanzgruppe und Tänzen für die Kleinen am Festprogramm. Für die musikalische Gestaltung des Abends sorgte die Volkstanzmusikgruppe.

Rudolf Ganser trug Höhepunkte aus der Geschichte der Ortsgruppe Weilersteußlingen vor. Schon 1891 war Pfarrer Frank Mitglied im Schwäbischen Albverein gewesen. Der Schullehrer Bayer und Schulgehilfe Seydle waren seit 1896 als Mitglieder geführt. Damals gab es Ortsgruppen in Ehingen und Talsteußlingen. 1913 war Gemeinderat Johannes Beck der erste Vertrauensmann der dann gegründeten Ortsgruppe Weilersteußlingen. Nach einer Versammlung 1948 mit dem Heimatdichter und Gauobmann traten 60 Personen ein und beflügelten den Mitgliederanstieg. 1954 wurde die Jugendgruppe gegründet. Die Volkstanzgruppe gibt es seit 1978. 1996 wurde der umgebaute Farrenstall als Vereinsheim eingeweiht. Nur acht Vorsitzende hatte die Ortgruppe im Laufe von 100 Jahren. Manchmal war das Amt ein Sprungbrett für höhere Aufgaben als Bürgermeister. Heute leitet die erste Vertrauensfrau in der Geschichte, Dorothea Heilig, die Ortsgruppe.

Am Festabend wurde auch die neue Wanderkarte präsentiert, bei der das Wanderheim "Farrenstall" im Zentrum steht. Damit sind für die Mitglieder und Interessierte, die die Karte kaufen wollen, Wanderungen leichter planbar. Jedes Mitglied soll so eine Karte mit der Weihnachtspost erhalten.

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