Alb-Donau-Kreis Aktiv auf Eltern zugehen: Neues zum Kinderschutz beschlossen

Alb-Donau-Kreis / THOMAS LIERSCH 03.12.2012
Der Alb-Donau-Kreis baut Beratungsangebote für werdende Eltern aus. Dadurch wird auch das neue Kinderschutzgesetz umgesetzt.

Beratungsangebote für werdende Eltern und der Einsatz von Familienhebammen sollen den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Alb-Donau-Kreis verbessern. Der Jugendausschuss des Kreises hat diese und weitere Maßnahmen einstimmig beschlossen, um das seit Jahresbeginn geltende, neue Bundeskinderschutzgesetz umzusetzen.

Wie der Fachdienstleiter Gert Kirchmaier erklärte, ist zur Umsetzung des gesetzlichen Auftrages geplant, ein Netzwerk aus Einrichtungen aufzubauen, die regelmäßig von Kindern oder Eltern aufgesucht werden kann. Dieses Netzwerk soll Familienhebammen oder Kinderkrankenschwestern einsetzen können, wenn Eltern Hilfe benötigen. Außerdem sollen sich geschulte ehrenamtliche Helfer auch schon um werdende Eltern kümmern, die ansonsten keine familiäre Unterstützung haben.

Fortan müsse die Jugendhilfe aktiv auf Eltern zugehen, um sie über diese mögliche Unterstützung zu informieren, sagte Gert Kirchmaier. Er stellte aber auch klar, dass Eltern nicht verpflichtet seien, dieses Informationsangebot auch anzunehmen. Damit die Eltern aber überhaupt über bestehende Angebote informiert werden, müsste die Jugendhilfe zunächst wissen, wo Kinder geboren wurden. Und weil die Standesämter die Geburten aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht einfach an die Jugendämter melden dürften, sondern diese bei den Gemeinden meldeten, seien die Jugendämter auf einen guten Kontakt zu den Gemeinden angewiesen.

Anders ist die Situation, wenn es konkrete Hinweise auf die Gefährdung eines Kindes gibt. In diesen Fällen verpflichte das neue Gesetz die Jugendhilfe zu Hausbesuchen, um die Situation eines Kindes einzuschätzen, sagte der Fachdienstleiter Kirchmaier. Damit die Jugendämter besser künftig informiert werden, welche Kinder gefährdet sind, erleichtere das neue Gesetz die Weitergabe von entsprechenden Hinweisen - etwa durch Ärzte oder durch Beratungsstellen der Agentur für Arbeit. Vorher seien solche Gefährdungseinschätzungen nur aus den Einrichtungen der Jugendhilfe selbst gekommen.

Für die neuen Maßnahmen zum Kinderschutz kann der Alb-Donau-Kreis in einer ersten Förderperiode von Juli 2013 bis Juni 2014 knapp 150 000 Euro vom Bund erhalten - die entsprechenden Anträge für Zuschüsse seien bereits gestellt, sagte Kirchmaier.