Schelklingen / BERNHARD RAIDT  Uhr
Eine Firma fotografiert derzeit alle Straßen in Schelklingen. Das erinnert an den Internet-Konzern Google - das sei nicht vergleichbar, sagt die Stadt. Sie will die Daten beispielsweise bei Sanierungen nutzen.

Zehn Kameras sind an einem Gerüst auf dem Kleinbus angebracht, innen steckt viel Technik und ein Bildschirmarbeitsplatz. Mit dem umgebauten Kleinbus fährt die Firma Eagle Eye ( "Adlerauge") durch die Schelklinger Straßen und Teilorte. Im Innern des Fahrzeugs sitzt Vermessungsingenieurin Sabine Mund vor dem Bildschirm und prüft die Datenerfassung, Fahrer Udo Klages steuert das Fahrzeug durch die Straßen. Alle paar Meter nehmen die Kameras ein Bild der Straße auf. Die Fotos werden zusammengefügt, zudem erfassen die Rechner den Standort der Aufnahmen per Satellit. So entsteht ein genaues Bild der Schelklinger Straßen.

Für die Stadt Schelklingen ist das unter anderem wichtig, weil sie so exakt weiß, wie viele Meter Straßen und Gehwege ihr gehören. Kämmerer Ulrich Ruckh benötigt diese Berechnungen für die Buchführung. In einem weiteren Schritt wertet die Firma aus, wie viele Schlaglöcher und Flickstellen eine Straße hat und bewertet ihren Zustand mit einer Farbskala von grün bis rot. Die Daten werden in das Geo-Informationssystem eingespielt, das der Stadt Schelklingen wie anderen Kommunen auch zur Verfügung steht. So ist übersichtlich zu sehen, in welcher Verfassung sich die einzelnen Schelklinger Straßen befinden. Bauamtsleiter Markus Schmid erhält so wichtige Hinweise, wo saniert werden muss.

Sabine Mund wird immer wieder von Bürgern angesprochen, die sich um ihre Privatsphäre sorgen. Immerhin werden nicht nur Straßen fotografiert, sondern auch Gehwege, Teile von Häusern, geparkte Autos und Passanten. Die Daten würden nicht veröffentlicht, erklärt Mund. Nur die Stadtverwaltung werde sie verwenden, sagt Schmid.