Industrie Abfall-Aufbereitungsanlage in Schelklingen beantragt

Schelklingen / Bernhard Raidt 16.06.2018
9 Millionen Euro will die Firma Ares in Schelklingen investieren. 90 000 Tonnen Gewerbeabfälle sollen für die Verbrennung im Zementwerk vorbereitet werden.

Der Bau der Aufbereitungsanlage für Gewerbeabfälle auf dem Gelände des Schelklinger Zementwerks rückt näher. Am Mittwoch beraten die Stadträte über die immissionsschutzrechtliche Genehmigung (siehe Info). Wie berichtet, sollen Abfälle zukünftig direkt in Schelklingen zur Verbrennung im Zementofen vorbereitet werden. Bislang wird dies etwa in St. Georgen im Schwarzwald bei der Firma Kaspar Rohstoffe gemacht. Der aufbereitete Abfall wird dann per Lastwagen nach Schelklingen gebracht.

Grundversorgung des Werks

Die Firma Kaspar hat jetzt vor einiger Zeit gemeinsam mit der Heidelberg Cement AG die Firma Ares (Alternative Ressourcen Schelklingen) gegründet. Jede der beiden Firmen stellt einen Geschäftsführer. Einer von ihnen ist Dr. Peter Hupfer, der gleichzeitig auch Kaspar leitet. Zur Grundversorgung des Schelklinger Zementwerks sollen die Ares-Mitarbeiter jährlich 90 000 Tonnen Gewerbeabfälle vor Ort zu so genannten Sekundärbrennstoffen aufbereiten. Der Brennstoff soll genau auf die Anforderungen des neuen Zementwerkofens abgestimmt sein, berichtet Hupfer. Heidelberg Cement baut derzeit für mehr als 100 Millionen Euro eine neue Ofenanlage. Zusätzlich will Ares  nun rund 9 Millionen Euro in die neue Aufbereitungsanlage investieren. Zwei Hallen mit rund 3000 Quadratmetern überbauter Fläche sollen dafür nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens errichtet werden. Standort ist der bisher intern „Festplatz“ genannte Bereich auf dem Zementwerksgelände – dort hat einst die große Jubiläumsfeier des Werks stattgefunden.

Trend in der Zementindustrie

Bis zum März 2020 soll die Anlage in Betrieb gehen. Ausgestattet wird sie mit einem Vorzerkleinerer (Shredder), Siebtechnik, Windsichter und einem Metallabscheider. Damit werden die Industrie- und Gewerbeabfälle mechanisch zerkleinert, gesiebt und von störenden Stoffen wie Eisenmetallen, Nichteisenmetallen, Mineralik sowie PVC befreit, um sie zur Verbrennung vorzubereiten. Zehn Mitarbeiter sollen für Ares arbeiten. Mit der Aufbereitung der Abfälle vor Ort folgt das Schelklinger Werk einem Trend in der Zementindustrie – auch Schwenk in Allmendingen bereitet die Abfälle vor Ort auf.

Ares-Anlage ist Thema im Gemeinderat

Debatte Der Antrag auf Genehmigung der Ares-Anlage ist der wichtigste Punkt in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 20. Juni, 19.30 Uhr, im Rathaus. Bereits ab 18.30 Uhr beraten die Räte im Technikausschuss über Baugesuche und den Kauf eines Dreiseitenkippers für den Bauhof.

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