Diamantene Hochzeit Ehepaar Wiesemann feiert 60. Hochzeitstag

Anni und Siegfried Wiesemann feiern Diamantene Hochzeit. Die kleine Marie (9 Monate) entzückt die Urgroßeltern jeden Tag.
Anni und Siegfried Wiesemann feiern Diamantene Hochzeit. Die kleine Marie (9 Monate) entzückt die Urgroßeltern jeden Tag. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / CHRISTINA KIRSCH 14.08.2018
Sie waren eine der ersten, die am Wenzelstein ein Haus bauten. Anni und Siegfried Wiesemann feiern am 16. August ihre Diamantene Hochzeit.

Sein Stubenkamerad hatte ein Date und Siegfried Wiesemann ging als Begleiter mit, weil die Freundin des Stubenkameraden auch mit ihrer Freundin kam. Aus dem ursprünglichen Date wurde nichts, aber für Siegfried war das Treffen erfolgreich. Der Ehinger lernte dabei die Freundin der Freundin, seine spätere Frau Anni kennen. Seit 60 Jahren ist das Paar inzwischen verheiratet und feiert am 16. August Diamantene Hochzeit.

Beide mussten einst fliehen

Als Rezept für eine lange Ehe geben beide an, dass ab und zu ein ordentliches Gewitter die Luft wieder reinige. Wer sich streitet, kann sich auch wieder versöhnen. Beide Jubilare vereint eine Fluchtgeschichte. Anni ist Sudetendeutsche und Siegfried stammt aus Ostpreußen. Unabhängig flohen die Familien 1944 in den Westen. „Man konnte sich in den Lagern für eine Region melden und da habe ich mich für Baden-Württemberg gemeldet“, erzählt Siegfried Wiesemann.

Zunächst kam der heute 83-Jährige in ein Lager in Oberstadion, dann nach Emeringen und später begann er als Jugendlicher eine Lehre als Schreiner in Obermarchtal. Nach der Handwerkerausbildung landete Siegfried Wiesemann dann bei der Bundespolizei und kam als Soldat nach Wetzlar.

Auf der Burg in Wetzlar begann dann die gemeinsame Lebensgeschichte mit seiner Frau Anni. Zurück in Ehingen war Siegfried Wiesemann einer der ersten, der 1964 am Wenzelstein in der Beuthenerstraße ein Haus baute. Die beiden Söhne des Ehepaars, Peter und Wolfgang, waren schon in Wetzlar geboren und gingen in Ehingen in die Michel-Buck-Schule zur Schule.

Die Jubilare haben insgesamt vier Enkelkinder. Ihre Enkelin Melanie, die Tochter von Sohn Peter, bekam vor neun Monaten die kleine Marie. Der goldige Wonneproppen entzückt die Urgroßeltern jeden Tag.

Enge Beziehung zur Enkelin

Siegfried und Anni Wiesemann feiern im Ehinger Adler, „weil der Senior Karl Mauz ein Jahrgänger von mir ist“, berichtet Siegfried Wiesemann. Auch der inzwischen verstorbene Albert Ackermann, in dessen Firma Siegfried Wiesemann lange Jahre arbeitete, ist ein Jahrgänger gewesen. Anni Wiesemann war 29 Jahre als Büglerin bei der Bekleidungsfirma Gessler beschäftigt. Vor allem zur Enkelin Melanie haben die Jubilare eine enge Beziehung. „Der Opa hat mich früher zu jedem Reitturnier gefahren und noch nachts um Drei in der Disco abgeholt, damit ich nicht mehr fahren musste“, erzählt die Enkelin.

Früher sind Wiesemanns mit dem Wohnwagen in den Urlaub gefahren, was heute nicht mehr möglich ist. Anni hat Probleme mit der Atmung und auch Siegfried fällt die Gartenarbeit zunehmend schwerer. Seine Liege unter der Eiche ist zurzeit sein Lieblingsplatz für den Mittagsschlaf. Gefeiert wird am Wochenende nach dem eigentlichen Trautermin, „weil ja manche noch arbeiten müssen“, sagt die Rentnerin Anni.

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