Ortsentwicklung Dächingen stellt sich Bewertungskommission im Landeswettbewerb

Eine zehnköpfige Kommission hat Dächingen gestern zum Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ begutachtet.
Eine zehnköpfige Kommission hat Dächingen gestern zum Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ begutachtet. © Foto: Maria Bloching
Dächingen / Maria Bloching 14.06.2018
Dächingen wurde gestern im Rahmen des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ganz genau in Augenschein genommen.

Zweieinhalb Stunden hat sich  die zehnköpfige Bewertungskommission mit Vertretern des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie von verschiedenen Verbänden gestern Zeit genommen, um sich ein genaues Bild von Dächingen zu machen. Zahlreiche Bürger waren gekommen und stellten Projekte vor. Dabei kristallisierte sich der dörfliche Zusammenhalt und das hohe Engagement der Bürger heraus, was bei der Kommission Eindruck schuf. „Sie haben uns eine tolle Vorstellung geboten, wir sind wirklich beeindruckt, wie gut hier alle zusammenarbeiten“, lobte Ingrid Bisinger, stellvertretende Vorsitzende der Landeskommission.

Im vergangenen Jahr hatte Dächingen bereits auf Bezirksebene überzeugt, jetzt musste noch eine Schippe draufgelegt werden. Ortsvorsteher Alfons Köhler sprach von einer „knisternden Spannung“ im Ort und gab einen Überblick über die Entwicklung, die dieser in den vergangenen Jahrzehnten genommen hat. Der Ortskern besticht mit Infozentrum, Rathaus, Brunnen, Kirche, Biosphärenlädle, Mitfahrbänkle und zahlreichen sanierten Gebäuden. „Wir wollen eine für Mensch und Natur verträgliche Entwicklung – eingebettet im Biosphärengebiet“, sagte Köhler.

Dabei sei die vor 22 Jahren begonnene und mittlerweile abgeschlossene Flurbereinigung für die Bürger eine große Aufgabe gewesen. Doch sie ermöglichte viele Chancen – die die Dorfgemeinschaft nutze. Im Ort hat es laut Köhler eine „Aufbruchstimmung“ gegeben: Weg von der Daseinsvorsorge, hin zur Daseinsfürsorge. „Nur so können wir junge Leute im Ort halten“, ist der Ortsvorsteher überzeugt.

Im Wettbewerb wurden Themen, die die Leute beschäftigen, zur Sprache gebracht, Projekte in Gemeinschaftsleistung mit Engagement umgesetzt. So wie etwa der 51 Kilometer lange Besinnungsweg, die Hochzeitsallee mit Bäumen für Neuvermählte zur Erhaltung des Obstbaumbestandes, die Anlage einer extensiven Fläche mit mehr als 20 Hektar als Naherholungsgebiet  um den Kapellenhof oder der Freizeitplatz am Ortsrand, auf dem Bolzplatz, Beachvolleyballfeld, Hütte und Grillstelle auf Eigeninitiative der Jugend  entstanden sind.

Nahversorgung greift ineinander

Josua Ehrhart, Agrarstudent an der Uni Hohenheim, stellte sein Versuchsfeld mit Quinoa im Rahmen des Projektes „Zukunftsforum Landwirtschaft“ vor und Rita Holzmann erzählte, wie die Nahversorgung mit ihrem Hofladen, mit dem Dorfladen und Köhlers Biosphärenladen ineinandergreift. „Durch die Aktivitäten können wir unseren Ort attraktiver machen“, betonte Köhler.

Fünf Tage lang war die Kommission im ganzen Land unterwegs und hat neun Ortschaften begutachtet. „Wir haben so viele unterschiedliche Gegenden gesehen und alle sind sehr gut, das macht eine Entscheidung  schwierig für uns“, meinte Ingrid Bisinger. Dächingen gehöre als Teilnehmer am Landesentscheid schon jetzt zu den Gewinnern“.

Für Oberbürgermeister Alexander Baumann steht im Vordergrund, dass Menschen im ländlichen Raum gleichwertige Lebensverhältnisse vorfinden wie Menschen in der Stadt. Dächingen sei unter den „17 Kindern“, als die er die Ehinger Teilorte bezeichnete, ein „sehr wohlgeratenes“. Dies hänge insbesondere mit engagierten Personen, wie etwa Alfons Köhler, zusammen.

Was ein Dorf aus sich macht

Anforderungen Zu den Bewertungskriterien des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ (früher: „Unser Dorf soll schöner werden“) zählen die zukunftsorientierte Entwicklung des gesamten Ortes, die Leistungen der Dorfgemeinschaft in kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Bereichen sowie in der Bau- und Grüngestaltung des Dorfes, Aktivitäten zum Schutz natürlicher Ressourcen oder auch die Förderung heimischer Pflanzen- und Tierwelt. Im Zentrum steht die Frage, wie das Dorf mit seinen individuellen Ausgangsbedingungen umgeht und seine eigene Zukunft in die Hand nimmt und gestaltet.