Veranstaltung „Interim“-Festival: Gerne auch Übersinnliches

Auf wenig Interesse stieß das erste Treffen für das "Interim“-Festival auf dem Volksfestplatz in Ehingen.
Auf wenig Interesse stieß das erste Treffen für das "Interim“-Festival auf dem Volksfestplatz in Ehingen. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / Christina Kirsch 08.10.2018

„Wenn sich keiner findet, der das Ding spielen will, werden wir das nicht machen und nicht machen können“, sagte der Ulmer Ex-Intendant Andreas von Studnitz zur ersten Besprechung für das Festival „Interim“ im Bürgerhaus Oberschaffnei. Vom 27. bis zum 30. Juni 2019 soll das Fest auf dem Volksfestplatz stattfinden. Die Vorschläge des Regisseurs, der gerne schwäbische Volkssagen wie „Der Stich nach dem Kruzifix“ inszenieren würde, stießen auf Vorbehalte. „Der Sinn von Theater ist es, Irritationen zu erzeugen“, sagte Andreas von Studnitz über die Idee der Geschichte, bei der jemand auf den Gekreuzigten auf einem Holzkreuz einsticht – und schließlich aus der Stichwunde Blut quillt. Das ist der Legende nach auch ein Ereignis, das in Munderkingen die Menschen verwundert haben soll.

Im Bürgerhaus Oberschaffnei war das Interesse unter den rund zehn Interessierten sehr verhalten, was auch daran gelegen haben mag, dass ziemlich unklar war, wie dieses Festival aussehen soll. „Wir haben drei Aufführungen und werden den Platz zwischen zwei Baumgruppen bespielen“, erläuterten Andreas von Studnitz und Christian Greifendorf, die für die darstellende Kunst bei dem Festival verantwortlich sind. Es überraschte die Anwesenden, dass eine Performance von etwa 60 Minuten vorgesehen ist, in der etwa Geschichten – je 10 bis 15 Minuten lang – erzählt werden sollen. Dieser Programmteil des Festivals beginnt um 22 Uhr und könnte bis 23 Uhr dauern.

Man will die Konzertbesucher, die nach einem musikalischen Beitrag im Festzelt aus dem Zelt strömen, an die Leinwand zwischen den Bäumen auf dem Randwanderweg locken. „Man kann von hinten mit einem Schattentheater agieren oder vorne Puppen spielen lassen“, sagte von Studnitz über die Möglichkeiten. Die Aktion werde musikalisch komplett grundiert.

Wer mitmachen wolle, könne in verschiedener Hinsicht kreativ werden, sagte Andreas von Studnitz. Man kann Kostüme entwerfen, Figuren bauen, sprechen und schauspielern. Es werde besprochen, wie man Ereignisse aus Geschichten animiert und umsetzt. „Ich bin dafür verantwortlich, dass an dem Abend etwas stattfindet, das nicht zerfällt“, sagte der Regisseur, der inhaltlich „gerne etwas Übersinnliches“ inszenieren würde.

Bisher ist noch völlig offen, was die Beteiligten aushecken. „Was inhaltlich herauskommt, entscheiden die, die mitspielen“, sagte Julia Fischer. Bisher sind auch noch keine Vereine, Fasnetsgruppen oder andere Akteure angeschrieben worden, die bereits Erfahrungen mit öffentlichen Auftritten haben. Nur die Schulen erhielten ein Anschreiben.

Für Schulen und Kindergärten gibt es beim Festival „Interim“ auch eine Art Ideen-Pakete oder Anleitungen zum Mitmachen. Voraussetzung sei bei dem Ganzen, „dass keine Leute bezahlt oder eingekauft werden“, sagte  Christian Greifendorf. Andreas von Studnitz verglich das Festival mit dem Ulmer Nabada. „Es gibt den Rahmen – und was dann passiert, ist offen“. Jeder Akteur erhalte vom „Interim“-Team Unterstützung bei der Verwirklichung darstellerischer Ideen, sagte der Regisseur.

Info Der nächste Besprechungstermin für das „Interim“-Festival ist am morgigen Dienstag, 9. Oktober, 18 Uhr, im Bürgerhaus Oberschaffnei, zweite Etage.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel