Auch wenn das Bilderbuchwetter den Sonntag über Badespaß pur im Freibad verhieß oder ein geselliger Nachmittag im Eiscafé oder im Biergarten perfekt gewesen wäre, verbuchte die Familie Mall bei der „Gläsernen Produktion“ in Kooperation mit dem Landratsamt Alb-Donau-Kreis auf ihrem Erdbeer- und Spargelhof in Schwörzkirch eine gute Resonanz. Offensichtlich lockten die angekündigten Aktionen und Genüsse mehr als andere Freizeitaktivitäten.

Schon vor der Mittagszeit standen viele Besucher in der zur Bewirtungsmeile umfunktionierten Maschinenhalle geduldig in der Reihe an, um etwas von den Spezialitäten vom Gasthof „Rose“ in Berg abzubekommen. Es gab Spargel in allen Variationen, warm und kalt, teils mit Erdbeeren kredenzt, und herzhaftes Rindergulasch. Wer Lust auf Süßes hatte, auf den warteten Crêpes sowie selbstgebackene Kuchen des Sportvereins Niederhofen – und natürlich Erdbeeren, Erdbeereis und Erdbeercocktails.

Außer Genießen war auch Informieren angesagt. Der Kreisbauernverband informierte über seine Aktionen im „Jahr der Landwirtschaft“, auch die landwirtschaftliche Berufsschule aus Ulm war vertreten. Deren Schulleiter Jan-Stefan Hettler warb: „Das Berufsbild der Landwirte ist so vielseitig. Das ist auch was für naturverbundene junge Leute, die daheim keinen Betrieb haben.“

Der Fachdienst Landwirtschaft im Landratsamt steuerte zum Motto „Restlos-glücklich-werden“ Tipps bei, wie man weniger Lebensmittel wegwerfen muss. Der Verein Landwirtschaftliche Fachbildung war mit Dosenwerfen dabei. „Hier ist wirklich an jeder Ecke was geboten. Ob für Kinder oder für Erwachsene“, sagte Therese Schwarz-Mauder, die mit Sohn Michael und dessen Tochter Lilith aus Emerkingen gekommen war. Während sich ihre Enkelin eine große Erdbeere von der Pflanze weg sicherte, sprach die Großmutter davon, dass so ein Bummel durch den Erdbeer- und Spargelhof ein Stück Kindheitserinnerung ist. „Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen. Da gab es immer Erdbeeren wie auch alles andere an Beeren, Gemüse und Obst.“ Obwohl die ältere Dame einen Gemüsegarten umtreibt, baut sie keine Erdbeeren an. „Die kaufe ich auf dem Wochenmarkt bei der Familie Mall.“

Maschinen ziehen an

Auch für Roswitha und Alfons Schmidberger aus Pfraunstetten war der Besuch bei der „Gläsernen Produktion“ eine klare Sache. „Wir hatten selbst eine Landwirtschaft, und wir sehen täglich vor unserer Tür, wie viel die Familie Mall und ihre Erntehelfer schaffen müssen.“ Der Besuch solle auch eine kleine Anerkennung sein, sagt Alfons Schmidberger. Pia und Karl Mayer aus Altsteußlingen gönnten sich als erstes eine große Portion Spargel mit Kartoffeln. Pia Mayer ist schon 18 Jahre im Verkaufsteam bei Malls beschäftigt. Nach dem Essen steuerte ihr Mann Karl den Maschinenpark an, der zur „Gläsernen Produktion“ ausgestellt war. Die Fahrzeuge waren belagert, insbesondere die Spargelspinne, mit der die Bodenhäufen aufgeschichtet werden. Interessiert zeigten sich Besucher zudem, wie der Spargel maschinell gewaschen und geschält wird.

Bei der Eröffnung stellte Stefan Tluczykont als Dezernent für Land- und Forstwirtschaft im Landratsamt Ulm die „Gläserne Produktion“ als Aktion vor, mit der mehr Wertschätzung für die Landwirtschaft erreicht werden soll. Bürgermeister Florian Teichmann hob hervor, dass die Technik längst in der Landwirtschaft Einzug gehalten habe, wobei Erdbeeren und Spargel noch mit der Hand geerntet werden müssen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Manuel Hagel und Hanns Roggenkamp vom Kreisbauernverband nannten beispielhaft, dass die Familie Mall sich mitten in der Hauptsaison für die „Gläserne Produktion“ bereit erklärt hatte. Hagel betonte: „Wir müssen noch mehr ins Bewusstsein rücken, woher unsere regionalen Lebensmittel kommen.“

Florian Mall bedankte sich bei seiner Frau Simone und bei seinen Eltern Elvira und Wolfgang, die den Betrieb mitbewirtschaften sowie bei allen Helfern, die den Aktionstag mit vorbereitet hatten.