Der Unesco-Geopark Schwäbische Alb zeichnet Schulen als Geopark-Schulen aus. Auch im Alb-Donau-Kreis sind solche Schulen geplant. Geopark-Geschäftsführer Dr. Siegfried Roth erläutert die Hintergründe.

Sie haben jetzt die zweite Geopark-Schule ernannt. Was genau macht  eine solche Schule aus?

Dr. Siegfried Roth: Die Auszeichnung Geopark-Schule ist für die Schulen eine Möglichkeit, sich im Bereich Geologie und Erdgeschichte zu profilieren. Die Schüler setzen sich mit dem Schutz von Geotopen, mit Nachhaltiger Entwicklung, Umwelt- und Naturschutz und der Geschichte der Kulturlandschaft auseinander.

Wie sieht das konkret aus?

Schulleitung und Lehrern steht es relativ frei, wie sie das gestalten. Die Schulen setzen sich selber Schwerpunkte. Geologische Themen können im regulären Unterricht behandelt werden. Genau so sind aber auch Projekttage denkbar oder Projekte, die die Schüler selber machen. Es gibt etwa auch die Geo-Kids, die die Gesteine erforschen und kennenlernen.

Die Schüler sollen die Geologie vor der Schultür kennenlernen?

Ja, das ist das Ziel. Vorstellbar ist es zum Beispiel, dass die Schüler eine Patenschaft für ein Geotop übernehmen. Das kann die Pflege einer Wacholderheide, eines Teichs oder eines Steinbruchs sein. Wichtig ist, dass das Lernen erlebnisorientiert stattfindet. Das Erlernte bleibt so besser hängen. Über diese Themen lernen die Schüler Verantwortung für Natur und Umwelt zu übernehmen.

Welche Unterstützung bietet der Unesco-Geopark den Schulen an?

Die Schulen können auf unsere zahlreichen außerschulischen Partner zurückgreifen. Das sind zum einen die Geopark-Infostellen, zu denen etwa auch das Museum Ehingen gehört, das ausgezeichnet wurde. Aber auch das Urgeschichtliche Museum in Blaubeuren oder die Laichinger Tiefenhöhle. Oder unsere zertifizierten Natur- und Landschaftsführer, zu denen auch die Alb-Guides zählen. Mit ihnen können spannende Exkursionen gemacht werden. Wir haben auch eine Partnerschaft mit dem Industrieverband Steine und Erden BW. Dem gehören die Steinbruch-Unternehmen der Alb an. Die Unternehmen öffnen ihre Steinbrüche für Schüler – das sind „Klassenzimmer im Grünen“. Bildungsorte, die anderen Schulen verschlossen bleiben.

Wie sieht die Unterstützung Ihrer Geopark-Geschäftsstelle aus?

Wir verleihen die Auszeichnung und unterstützen die Schulen beim jährlichen Tag des Geotops. Vertreter aller Geopark-Schulen und wir von der Geopark-Verwaltung treffen uns einmal im Jahr und sprechen über neue Themen und wie man sie erlebnispädagogisch umsetzen kann. Außerdem planen wir gemeinsame Aktionen. Über einen Fonds auf Bundesebene können wir eventuell in Zukunft helfen, Geopark-Schulen bei ihren Projekten finanziell unter die Arme zu greifen.

Wie viele Schulen soll es geben?

Dem Unesco-Geopark gehören zehn Landkreise an. Wir planen, dass es in jedem der Landkreise zwei bis drei Geopark-Schulen geben soll. Mehr sollen nicht werden, denn wir wollen das Konzept nicht verwässern, so eine Schule soll schon etwas Herausragendes sein. Die Schulen erhalten so ein wichtiges Alleistellungsmerkmal.

Im Alb-Donau-Kreis gibt es noch keine Geopark-Schule?

Nein, aber die Schulen können sich gerne formlos bei uns bewerben. Interesse haben das Hahn-Gymnasium in Blaubeuren und die Heinrich-Kaim-Schule in Schelklingen bekundet.

Was sind die Voraussetzungen, um Geopark-Schule zu werden?

Zunächst sollten die Schulen in ihrem Bewerbungsschreiben darlegen, was sie bereits im Bereich Geologie und Erdgeschichte machen und zukünftig machen wollen. Am besten ist es natürlich, wenn die Schulen in einer geologisch interessanten Region liegen. Dann muss ein klarer Wille  zu erkennen sein, eine solche Geopark-Schule zu werden: Es braucht einen Beschluss der Gesamtlehrerkonferenz und die Eltern müssen einbezogen werden.

Ist der Unesco-Geopark da auf eine bestimmte Schulart festgelegt?

Nein, überhaupt nicht. Das Siegel steht allen staatlichen und nichtstaatlichen Schulen offen, von der Grundschule bis zum Gymnasium. Wir schauen uns die Bewerbungen im Beirat des Geoparks an und bewerten sie. Dort wird entschieden, welche Schulen Geopark-Schulen werden.

Haben Sie schon Rückmeldungen?

Ja, wir bekommen etliche Anfragen. Die Auszeichnung Geopark-Schule ist schon eine Zugnummer. Das wird auch von Eltern der Schüler hoch geschätzt.

Info: Kontakt über Unesco Geopark Schwäbische Alb, Marktstraße 17, 89601 Schelklingen, Tel (07394) 248-70, info@geopark-alb.de, www.geopark-alb.de .