Tanzen „Danceperados of Ireland“ begeistern in Ehingen

Ehingen / Von Christina Kirsch 03.12.2018
Mit ihrer „Spirit of Irish Christmas-Tour“ haben die „Danceperados of Ireland“ in der ausverkauften Lindenhalle begeistert.

Zu Weihnachten kommen die Iren wieder heim in ihre Heimat. Und sie singen, tanzen, feiern, backen plum pudding und köpfen die eine oder andere Whiskey-Flasche. Das war die Story der „authentic show of irish music, song and dance“, die in der Lindenhalle erstklassige Musik und perfekten Stepptanz bot.

Doch zunächst ging es geruhsam los. Eine irische Mutter (Geraldine MacGowan) empfing die Briefe ihrer Kinder, die ihren Besuch zu Weihnachten ankündigten. Einer kommt aus Sydney, eine aus Deutschland. In einem  Video-Projektion sah man, wie eine Irin plum pudding rührt und mit einem ordentlichen Schuss Whiskey flambiert. Das Publikum hatte aber auf die Stepptänzer gewartet, die in immer neuen Formationen und den unterschiedlichsten Kostümen auftraten.

Immer wurde eine Geschichte aus Irland erzählt, die mit den Bräuchen des Landes zu tun hat. Der Grundgedanke, vergangene Epochen mittels Musik, Tanz, Gesang und Bilder lebendig zu machen, stammt vom künstlerischen Leiter Petr Pandula, der History und Mystery zusammenbringt. Die „Danceperados“, die man mit „die Tanzwütigen“ übersetzen kann, gaben tanzend Einblick in die besondere Weihnachtkultur der Insel.

Wilde Schreie, liebliche Gesänge

Nach der Pause mischten sich beispielsweise die „Wren Boys“, schwarze Burschen mit Strohhüten und Lumpenkostümen, unters Publikum und gaben wilde Schreie von sich. Aber man hörte auch liebliche Gesänge mit viel Seele, die Geraldine MacGowan anstimmte. Spitzenklasse war auch die Band im Hintergrund, in der Eimhin Liddy ein wildes Akkordeon spielte und Conor Martin die Rahmentrommel Bodhran schlug. Die keltische Harfe mit ihrer typischen gebogenen Form fehlte genauso wenig wie die Fiddle, beide gespielt von Deirdre O Meachair. Für die Choreographie der Tänzer zeigte sich Michael Donnellan verantwortlich. Der Choreograph war schon Solist bei Riverdance und Lord of the Dance, den bekanntesten irischen Stepptanzformationen.

Für die Danceperados verzichtet Michael Donnellan auf die steifen Oberkörper und eingeklemmten Arme der Stepptänzer. Bei den Danceperados fließt die Energie vielmehr durch den ganzen Körper. Beim „brush Dance“, einem Tanz mit einem Besen, sah man das besonders deutlich. Mit flinken Fingern wechselten die Tänzerinnen ihre Besen.

Beinarbeit mit schnellen Füßen

Nichtsdestotrotz konzentriert sich alles auf die Beinarbeit und die schnellen Füße, die die Rhythmen synchron in den Bühnenboden stampften. Die Männer zeigten beinahe artistische Soli, sprangen in die Luft und vollführten Bewegungen, die auch im klassischen Ballett zu sehen sind. Dabei wirkten die Tänzerinnen und Tänzer nie angestrengt oder verbissen, sondern vermittelten Lebensfreude und Leidenschaft. Der Jubel des Publikums war mehr als verdient.

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