Gewitter Unwetter in Ehingen: Wasser, Schlamm, Dreck

Ehingen / Stefan Bentele 24.05.2018
Starkregen dringt in Ehingen in Häuser und bei Liebherr in Hallen ein. In Öpfingen läuft die Kanalisation über.

Starkregen und Hagel haben am Mittwochabend während des Gewitters in Ehingen mehrfach zu Wasser­einbruch in Häuser geführt, in Öpfingen sind Keller voll- und Kanalisationsschächte übergelaufen. Auf dem Betriebsgelände von Liebherr in Ehingen drang Wasser in Hallen ein. Menschen kamen nach den Angaben der Betroffenen, von Feuerwehr und Polizei nicht zu Schaden, über die Höhe des entstandenen Sachschadens ist bislang nichts bekannt.

Wie Wolfgang Beringer, Leiter der Verkaufsförderung bei Liebherr, gestern auf Nachfrage mitteilte, waren Hagelkörner – fünf bis zehn Millimeter groß – über die Dachrinne ins Kanalsystem gelangt. Dort führten die Körner zu einem Rückstau, weshalb Regenwasser in der Mobilkranmontage austrat. Laut Beringer saniert das Unternehmen derzeit im Bereich des Stahlbaues das Dach. Über das dort installierte „Notdach“ sei ebenfalls Regenwasser eingetreten.

„Das ist aber alles glimpflich ausgegangen“, sagte Beringer auf Nachfrage am Telefon. Er führt das auch auf die schnelle und engagierte Reaktion der Mitarbeiter zurück, die alles zügig beheben konnten. Die Produktion sei nicht beeinträchtigt gewesen. Über entstandenen Sachschaden mache das Unternehmen generell keine Angaben, sagte Beringer.

Die Freiwillige Feuerwehr Öpf­ingen musste zur überfluteten Schulstraße ausrücken. Das Regenwasser hatte Kies von einem angrenzenden Weg in die Straße gespült, verstopfte die Einlassschächte, weshalb das Regenwasser nicht abfließen konnte. „Das Wasser hat sich zurückgestaut bis zur Schule und zur Turnhalle“, sagte Feuerwehrkommandant Stefan Munding gestern. „Da waren mehrere Häuser bedroht.“­

Die Feuerwehrleute hatten daraufhin mit Sandsäcken vom Bauhof Barrieren gebaut, um das Wasser zu kanalisieren. Auch Bürgermeister Andreas Braun war alarmiert worden und half beim Sandsackschleppen. Letztlich konnten Schulgebäude wie auch die angrenzenden Häuser geschützt werden, manche Anwohner hatten sich laut Munding bereits selbst mit kleinen, selbstgebauten Barrieren beholfen.

Dabei ging für manche das Unwetter glimpflich aus: Nur wenige Zentimeter höher, und das Wasser vom Garten wäre übers Fenster in die Kellerwohnung gelaufen, sagte gestern eine Anwohnerin vor Ort. Innerhalb einer Viertelstunde seien Wassermassen vom benachbarten Acker heruntergeschossen.

Auch auf die Thaddäus-­Troll-Straße in Öpfingen schwemmte das Regenwasser Kies und vor allem Schlamm, das in Keller der angrenzenden Häuser floss. Die Feuerwehr rückte auch hier an und half mit Pumpen. „Das sieht dort richtig übel aus“, sagte Munding. Anwohner waren gestern mit Aufräumarbeiten beschäftigt, Bauhofmitarbeiter kehrten mit Besen die Kiesreste in der Schulstraße auf. In der Goethestraße drückte das Regenwasser das Abwasser aus der Kanalisation.

Die Feuerwehr war mit zwei Fahrzeugen und 15 Mann bis etwa 0.15 Uhr im Einsatz. Munding verglich das Unwetter mit dem Starkregen vor fast exakt zwei Jahren.

Abflüsse verstopft

Weil die Regenabflüsse an drei Häusern im Ehinger Stadtgebiet die Wassermassen, die während des Gewitters niedergingen, nicht bewältigen konnten, ist Wasser durch die Decke in die Häuser eingedrungen.

Betroffen war ein Haus am Marktplatz, eines im Wohngebiet Wenzelstein und eines am Mühlweg. Nach Angaben von Oliver Burget, Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr, mussten am Mittwochabend zehn Feuerwehrleute mit drei Fahrzeugen ausrücken, nachdem der Alarm um 21.06 Uhr eingegangen war. Sie pumpten mit Wassersaugern das eingedrungene Wasser ab. Wie Burget weiter mitteilt, waren die Einsatzkräfte bis etwa 23.30 Uhr mit den Absaugarbeiten beschäftigt.

In einem Haus an der Webergasse kam es zu einem Stromausfall. Wie Peter Schmid, Techniker bei der Ehinger Energie, vermutet, hatte ein Blitz eingeschlagen und zwei Sicherungen zerstört. Andere Anschlüsse waren nicht betroffen.

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