Ehingen / Christina Kirsch  Uhr
Drei Gruppen aus Ehingen und Schelklingen-Hütten beteiligen sich an der 72-Stunden-Aktion des BdKJ.

Das wird unser Baum und da kommen noch Bänke, sagen die Jugendlichen der Jugendgruppe am Wenzelstein, die sich an der 72-Stunden-Aktion des BdKJ beteiligt haben und auf einer Wiese zwischen den Wohnblocks an der Allensteiner Straße einen Baum pflanzten. Wie das geht, zeigen die Leute vom Bauhof und Hanadin Slatina, der die Jugendlichen betreut.  Gemeinsam stellen die Jugendlichen die Magnolie in die Senkrechte und rammen die  Pfosten ein,  die dem Baum beim Anwachsen helfen sollen. Die Aktion wird von den umliegenden Bewohnern beobachtet und irgendwann kommt jemand mit einem Tablett und Tassen voll frischem Kaffee aus dem Haus. Da werden alle munter und auch die Leute vom BdKJ, die gerade zu Besuch sind, greifen gerne zu.

Was ist die 72-Stunden-Aktion?

Die große Sozialaktion, an der sich bundesweit 80.000 Menschen innerhalb von 72 Stunden für andere Menschen engagieren, hat auch in Ehingen zwei Gruppen und in Hütten eine Gruppe aktiv werden lassen. Unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ gestalten die Jugendlichen aus dem Wenzelsteinprojekt den ehemaligen Spielplatz zu einem „Platz für Toleranz“.  Ohne die Mitarbeiter des Bauhofs läuft dabei gar nichts. Von den zupackenden Herren wird die erste Bank aufgestellt, eine zweite soll nächste Woche folgen. Eine dritte Bank wurde von der Organisation Youngcaritas in Aussicht gestellt.

Dass der Bauhof im Vorfeld informiert war, ist ein Beleg dafür, dass die Aktionen die Beteiligten nicht ganz unvorbereitet treffen. „Wir fahren im März die beteiligten Gruppen ab und schauen, was für die Gruppengröße und das Alter der Jugendlichen angemessen ist“, erklärt Dekanatsjugendreferentin Julia Langendorf. Dann werden zwei Leiter benannt, die vor der Aktion die Kontakte pflegen und Ansprechpartner instruieren. So ging im Vorfeld eine Mail an die Ehinger Baumärkte, dass Jugendliche kommen, die Holz für ein Hochbeet brauchen. „Das klappt dann meist auf Spendenbasis“, sagt Judith Rybinski. Sie und Isabel Kraus sind vom Stamm „Carpe Diem“ der Ehinger Pfadfinder.

Die 27 Kinder und Jugendlichen der Pfadfinder hatten sich vorgenommen, mit den Senioren des Wohnparks St. Franziskus zu basteln, ein Hochbeet zu bauen und den zuvor gereinigten Pavillon im Garten mit einem Holzschutzmittel zu lasieren. „Uns ist aber nicht nur das fertige Werk wichtig, sondern auch der Kontakt zwischen den alten Menschen und den Kindern“, sagt Claudia Durm-Weggenmann.  Die Pfadfinder des Stamms „Guter Hirte“  in Hütten haben die Beete an den 14 Kreuzwegstationen ausgehoben, die Natursteine neu gesetzt und Aufgaben wie eine kindgerechte Umformulierung der Kreuzweggeschichte erfüllt. 50 Kinder und Jugendliche waren unter Leitung von Sigrid Ilmer und Marion Müller beteiligt.

Aktionen brauchen auch Pflege

Die Aktionen brauchen außer einer guten Planung und gemeinschaftlichem Engagement auch Pflege. Von einem 72-Stunden-Projekt der vergangenen Jahre ist nichts mehr zu sehen. Der mühsam gebaute Schwenkgrill am Grillplatz des Ehinger Trimm-Dich-Pfads fiel bald dem Vandalismus zum Opfer. Grillrost und Stangen verschwanden.

Auch die Magnolie wird über die 72 Stunden hinaus noch etwas Aufmerksamkeit und vor allem Wasser brauchen, um die Wenzelstein-Jugendlichen auch in zehn Jahren noch an die 72-Stunden-Aktion 2019 zu erinnern.

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Kinder und Jugendliche hatten sich vorgenommen, mit den Senioren des Wohnparks St. Franziskus zu basteln, ein Hochbeet zu bauen und den Pavillon im Garten zu lasieren.