Bestes Umzugswetter war der Trommgesellenzunft für ihren Umzug samt historischem Brunnensprung beschert. Die Munderkinger bewiesen Ideenreichtum und Fantasie. Mit ihren originellen Themen, selbstgenähten Kostümen und Überzeugungskraft lebten sie Fasnet auf die schönste Weise.

Als Wünschelrutengänger machte sich die Gruppe XXL auf die Suche nach sprudelnden Quellen, während die Gruppe Wicky das schon lange in Planung befindliche – aber noch nicht umgesetzte – Munderkinger Beleuchtungskonzept mit einer riesigen Glühbirne auf dem Kopf in Angriff nahm. Schwäbische Spezialitäten wie Wusele und Schwarzwurst gab es von den Munderkinger Lieferhelden der AH, die Kuttla Kapell verbreitete als Prinz und Prinzessin Karneval rheinischen Frohsinn und die Gruppe Falch-Bertsche rückte ungepflegten Bärten der Zuschauer zu Leibe. „Do muaß a reachte Bart-Wichse na“ – und schon erhielt das männliche Gestrüpp eine sanfte Massage. „Der Ma g´hört mol aständig hergriecht“, lautete die Meinung des Barbiers, der auch so mancher nachlässigen Frisur den Garaus machte.

Umzug und Zunftball in Munderkingen

Fasnet in Munderkingen Umzug und Zunftball in Munderkingen

Frisch aus der Donau entstiegen, präsentierten sich Meerjungfrauen als veralgte Donauweiber und verteilten Fische als Gromet: „Mir hanget dr Fisch zom Hals raus. Emmer bloß Fisch ond vielleicht mol des, was d´Leit beim Picknick am Ufer liega lasset.“ Deshalb die Mahnung: „Haltet onser Donau sauber.“ Mit einem Lügentest ausgestattet maß die Gruppe Motzki als Pinocchios die Nasenlängen der Zuschauer, während die Gruppe SaSu eine „Mords Sauerei“ veranstaltete.

Die Mittlere Katastrophenkapelle rundete den Zug der freien Gruppen als „Dragqueens“ alias Transen mit Ranzen ab. Damen mit Mähnenperücke, Minirock und Over-Knees-Stiefeln boten „Strippen auf Rädern“ und Hausbesuche von Omiena und Friederika an. Musikkapellen spielten, ferner waren außer der Trommgesellenzunft mit Belagerung, Sieben Schwaben, Herrenwusele, Damenwusele, Rathaushexen, Trommler und Pfeifer, Trommgesellenpaare, Brunnenspringer und Maischer auch andere Zünfte zu sehen. Traditionell bildete der Brunnensprung nach dem Umzug den Höhepunkt der Munderkinger Fasnet, bevor die Stadt zum Festplatz wurde.