Wirtschaft 50 Beschäftigte in Angst um den Arbeitsplatz

In der Max-Planck-Straße in Ehingen haben rund 50 Mitarbeiter Angst um ihren Arbeitsplatz.
In der Max-Planck-Straße in Ehingen haben rund 50 Mitarbeiter Angst um ihren Arbeitsplatz. © Foto: Andreas Hacker
Andreas Hacker 17.07.2015
Mühlbauer AG berät über die Zukunft des Standorts Ehingen
Vielleicht schon am Montag, spätestens aber am Mittwoch sollen die etwa 50 Mitarbeiter bei Mühlbauer Traceability in der Max-Planck-Straße in Ehingen wissen, was aus ihrem Standort wird. Das hat Thomas Betz, Vorstandsmitglied der Mühlbauer AG in Roding, am Freitag auf Anfrage mitgeteilt. Mehr wollte Betz mit Blick auf anstehende Entscheidungen nicht sagen, bestätigte aber, dass das 1998 von der Rommel GmbH erworbene Werk in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation sei. Deshalb berate das Management an diesem Wochenende über das weitere Vorgehen, will seine Entscheidung aber zuerst den Mitarbeitern in Ehingen mitteilen.

Mühlbauer fertigt Kennzeichnungssysteme zur Identifikation von Elektronikkomponenten und Systeme zum Handling von Platinen. Der Standort Ehingen gilt als Spezialist für Laserbeschriftung, die für die Rückverfolgbarkeit sicherheitsrelevanter Bauteile wichtig ist. Vor eineinhalb Jahren, im November 2013, hatte Betz die Umbenennung der Rommel GmbH in Mühlbauer Traceability noch damit erklärt, dass Ehingen das neue Laserkompetenzzentrum des Mühlbauer Konzerns werden soll.

Auf die neuen Perspektiven warten die Mitarbeiter aber bis heute. Das Gegenteil sei eingetreten, manche sprechen von einem schleichenden Niedergang: Leute gingen, es würden keine neuen eingestellt, es werde nichts investiert. „Ein Teufelskreis“, sagt einer, der schon lange dabei ist und mitverfolgt hat, wie das Werk nach der Krise 2009 nicht wieder richtig hochgekommen sei. Wichtige Kunden blieben weg, die Belegschaft sank von einst mehr als 100 auf jetzt noch etwas über 50 Beschäftigte. Mitte Juni sei in Ehingen dann aus Versehen ein Schreiben der Arbeitsagentur Ulm geöffnet worden, dem 60 Blanko-Formulare für Arbeitslosmeldungen beigelegen haben. Zwar habe das Management sofort reagiert und dies in einer rasch anberaumten Betriebsversammlung als vorsorgliche Planung bezeichnet, doch seither befürchten die Leute das Schlimmste. Es gebe bei Mühlbauer keinen Betriebsrat und damit niemand, der einen Sozialplan aushandeln könnte.