Jugendtag 3000 Menschen erleben 34. Jugendtag in Untermarchtal

CHRISTINA KIRSCH 16.06.2014
Bei bestem Wetter kamen am Samstag Sternwallfahrer aus der ganzen Diözese im Kloster Untermarchtal an und verlebten einen fröhlichen Jugendtag, der sich über das ganze Klostergelände ausdehnte.

"Friede sei mit Euch" war das Motto des 34. Jugendtags in Untermarchtal, der wieder 1000 Übernachtungsgäste und viele Tagesgäste zählte. Rund 3000 Menschen waren am Sonntag auf dem Klostergelände. Um den Frieden ging es in einzelnen Workshops, Gesprächen, in Gottesdiensten und Komplet. Frieden lag auch über den Teilnehmern, die sich auf der großen Wiese und auf Bänken niederließen und miteinander ins Gespräch kamen. "Die Liebes- und Friedensideologie ist die einzige Ideologie, die funktionieren kann", meinte Katrin Knöll aus Aichstetten in einem Gespräch. Die Erzieherin und Bäuerin gehörte zu denjenigen, die schon seit Jahren zum geistigen Auftanken zum Jugendtag kommen.

"Kloster ist einfach noch ein bisschen mehr als Kirche", erklärte der Ministrant Christopher Schmidt aus Oberndorf am Neckar. Die Gruppe war zu Fuß und mit dem Fahrrad gekommen. "Das Herkommen ist so wichtig wie das Hiersein", sagte Christopher. "Mich beeindrucken Menschen, die sich für Gott hingeben und denen Geld oder Reichtum gleichgültig sind", sagte der 15-Jährige.

Schon auf dem Weg nach Untermarchtal hatten sich die Gruppen Lieder und Aktionen zum Jugendtagsmotto ausgedacht. Die Landjugend aus Erolzheim hatte sich weiße Friedenstauben gebastelt, die die Wallfahrer auf Hüten und Hemden mit sich trugen. In Untermarchtal angekommen, sang die Gruppe von "Schmerzen in den Knochen", doch "wir wärn auch her gekrochen". Eine Gruppe aus dem Zollern-Alb-Kreis kam mit einer Friedenssegensfahne und schwenkte sie über Schwester Elisabeth, die mit Schwester Ruth die Gäste begrüßte. Aus dem Dekanat Reutlingen kamen Teilnehmer, die sich Kinderlätzchen umgebunden hatten. "Wir sind Kinder Gottes" rief die Gruppe und sang "wir laufen viel, die Füße tun schon weh, ich hab ne Blase am linken Zeh".

Der Samstag war vom Ankommen, Wiedersehen, einer Anbetung in der Vinzenzkirche, Gesprächen mit den Schwestern und der Komplet, die um 23 Uhr stattfand, geprägt. Am Sonntag konnten die Jugendlichen an einem der 52 Interessenkreise teilnehmen. Darin ging es um Gesprächsrunden, an denen auch Bischof Gebhard Fürst teilnahm. Andere Referenten führten in die Armutsproblematik ein, ehemalige Missionarinnen auf Zeit erzählten von ihrer Arbeit. Es gab auch Basiswissen zu Sekten und Freikirchen, Informationen zu Syrien von einem Fachmann, Bibelgespräche, Meditation und eine Anleitung, wie Popsongs zum Gebet werden. Bei den Mitmach-Aktionen bemalte Schwester Marzella mit den Jugendlichen die mitgebrachten Friedenszeichen, die später das Gelände zieren sollen.

Auch die Fußball-Weltmeisterschaft hinterließ auf dem Jugendtag Spuren. Viele Jugendliche hatten sich mit Fan-Girlanden geschmückt. "Ein Glück", dass Deutschland erst am Montag spielt", meinten einige Fußballfans. Denn Untermarchtal ist am Jugendtag fernsehfreie Zone.

Abschluss und Höhepunkt ist am Jugendtag jedes Jahr die Eucharistiefeier, die Bischof Gebhard Fürst zelebrierte. Auch hier standen die Gebete um Frieden, die angesichts des Irak-Konflikts grausame Aktualität erlangten, im Mittelpunkt. Ein friedlicher und feierlicher Jugendtag ging gestern zu Ende.