Am kommenden Samstag sind Munderkingen und Allmendingen die Zentren der Fasnet im Raum Ehingen. Zum fünften Mal laden die Munderkinger Spittlnarren zum Umzug und freuen sich auf 57 Gruppen und Kapellen mit etwa 2500 Narren, die von 16.30 Uhr an durch die Innenstadt zur Donauhalle ziehen.

Für die Spittlnarren, vor 27 Jahren aus dem Verein zur Pflege des heimatlichen Brauchtums entstanden, ist der alle drei Jahre stattfindende Umzug eine Herausforderung. „Wir müssen alle ran, das ist ein echter Kraftakt“, sagt der Vorsitzende Werner Wald zur Organisation und erklärt, weshalb die Zunft mit ihren 120 Mitgliedern, darunter 45 Aktive und 10 Kinder, am Samstag nicht im Umzug zu sehen ist.

Stadtkapelle führt Umzug an

Dafür kommen aber die Munderkinger Trommgesellen gleich nach der Stadtkapelle Munderkingen, die den Umzug anführen wird. Wald freut sich, dass sich das Verhältnis zwischen den Spittlnarren, die seit 2014 der Vereinigung freier oberschwäbischer Narrenzünfte (VFON) angehört, und der traditionsreichen Zunft aus der Vereinigung schwäbisch- alemannischer Narrenzünfte (VSAN) so gut entwickelt hat. So haben Spittlnarren den Trommgesellen am vergangenen Samstag auch bei der Stadtdekoration geholfen, berichtet Werner Wald und freut sich, dass der Umzugsweg von der Vorstadt durch die Markt- und Schillerstraße jetzt schon närrisch geschmückt ist.

Ebenfalls stark vertreten sind die anderen Narrenzünfte aus der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen: Die Durahexa und die Fetzasprenger aus Emerkingen sind genauso dabei wie die Narrenzunft Obermarchtal, der Fasnetsverein Lauterach, die Babeles Buaba aus Rottenacker, die Gausweiber aus Unterstadion sowie die Wenklfratza und die Schlossberghexa aus Oberstadion. Aus dem Raum Ehingen laufen die Eschengeister Ehingen, die Brugga Goischdr Dettingen, die Druden aus Griesingen sowie die Turmdeifel und die Hölla Hexa aus Ehingen mit.

Für Musik im Umzug sorgen außer der Stadtkapelle Munderkingen auch die aus Hayingen; außerdem sind die Fanfarenzüge aus Obermarchtal, Zwiefalten und Langenenslingen, die Schalmeien aus Unlingen und Ehestetten sowie Lumpenkapellen dabei. Auch die MKK Munderkingen läuft mit, die Mittlere Katastrophen Kapelle. Der Aufbau in der Donauhalle beginnt bereits am Freitag. Dort gibt es am Samstag nach dem Umzug eine Party mit DJ Matze (ab 17.30 Uhr); die Spittlnarren übernehmen die Bewirtung. Der Eintritt ist mit Umzugsplakette frei, andere Besucher  bezahlen drei Euro. Schirmherr des Umzugs ist Munderkingens Bürgermeister Dr. Michael Lohner. Bei ihm im Rathaus findet am Samstagvormittag auch im Kreis geladener Gäste der Zunftmeisterempfang statt.

Gegen 15.30 Uhr gibt es am Samstag ein Platzkonzert auf dem Marktplatz. Verschiedene Kapellen spielen Ständchen, sagt Wald, auch die Munderkinger Stadtkapelle. Im Anschluss an den Umzug wird nicht nur in der Halle bewirtet, sondern auch im Feuerwehrhaus und im Zunfthaus der Trommgesellen.

Aus dem Spital kommt das Motiv für die Maske


Geschichte Nachdem in alten Protokollen und Beschreibungen des Heiliggeistspitales in Munderkingen verschiedene Hinweise über Fasnetsaktivitäten gefunden wurden, entschloss sich der Verein zur Pflege des heimatlichem Brauchtums 1992, eine Fasnetsfigur ins Leben zu rufen – den „Spittl-Narr“. Auf der Suche nach einer geeigneten Maske wurde man in der alten Spitalscheuer fündig: zwei Schnitzereien aus dem Jahr 1740, die sich heute im Ehinger Museum befinden. Bei der Darstellung handelt es sich um dämonenabweisende Schreckensmasken (Neidköpfe). Diese Schnitzereien wurden als Grundlage für die Masken verwendet. Als Larvenhaube wird ein Lammfell angebracht, dies soll an die frühere Zunft der Gerber erinnern.