Reutlingen Den Lärm weiter verringern

Der Straßenverkehr trägt erheblich zur Lärmbelastung in der Stadt bei.
Der Straßenverkehr trägt erheblich zur Lärmbelastung in der Stadt bei. © Foto: Archiv/Ralph Bausinger
Reutlingen / Von Ralph Bausinger 04.12.2018

Die Lärmkartierung ist abgeschlossen, einige Bezirksgemeinderäte wurden unterrichtet, und auch die Beteiligung der Öffentlichkeit ist angelaufen. Bislang hätten sich rund 170 Bürger zur zweiten Fortschreibung des Lärm­aktionsplanes geäußert, erläuterte Gerhard Lude vom Amt für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt am Donnerstag im Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss. Dabei hätten die Bürger die Ortsdurchfahrten in Gönningen, Ohmenhausen und Rommelsbach sowie die Gustav-Schwab-Straße und die B 28 entlang der Eberhard-Wildermuth-Siedlung und in Sondelfingen als Lärmschwerpunkte benannt. Bei weiteren Lärmschwerpunkten wie der Konrad-Adenauer-Straße oder der Straße „Am Echazufer“ hatte das Regierungspräsidium mittels des Luftreinhalteplans Geschwindigkeitsreduzierungen verfügt.

Nach einem Urteil, das die Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen Ende August vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg erstritten hat, verfügen jetzt Kommunen über einen größeren Spielraum, wenn es darum geht, Geschwindigkeitsbegrenzungen umzusetzen, um die Lärmemissionen zu reduzieren.

Eine Kommune muss einen Lärmaktionsplan erstellen, wenn die Lärmbelastungen am Tag den Wert von 55 Dezibel überschreiten, bei Nacht sind es 50 Dezibel. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2017 zeigt, dass die Zahl der von Straßenlärm betroffenen Einwohner im Stadtgebiet gegenüber zurückgegangen ist. So mussten im vergangenen Jahr 40 Einwohner (2007: 60) Werte über 75 Dezibel am Tag ertragen. Immerhin 700 (2007: 1060) mussten Werte von mehr als 70 Dezibel aushalten. Weitere 3200 (3900) wurden mit einem Durchschnittswert von 65 Dezibel am Tag konfrontiert. 15 200 (16 600) waren einem Lärmpegel von über 55 Dezibel ausgesetzt. Nachts sank die Zahl derjenigen, die unter einer Lärmbelastung von über 55 Dezibel litten, von 4300 (2007) auf 3230 im vergangenen Jahr. Eine durchaus positive Entwicklung.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung sei bei den Bürgern gut angekommen und auch gut angenommen worden, sage Gabriele Gaiser: Als sinnvoll erweist sich aus Sicht der CDU-Stadträtin auch, dass die Kommunen mehr Entscheidungsspielraum haben.

„Tatsache ist: Der Verkehr macht den Lärm, und Lärm macht krank, sagte Helmut Treutlein. Deshalb müsse die Stadt, so der SPD-Fraktionsvorsitzende, ernsthaft mit dem Thema umgehen. Er betrachtet die Tübinger Straße mit ihrem „hohen Verkehrsbelastungspotenzial als Sorgenkind“.

Man dürfe den Lärmaktionsplan aber nicht auf die 30-Stundenkilometer-Begrenzung reduzieren. Dies sei kein Allheilmittel“, warnte FWV-Stadtrat Georg Leitenberger und verwies auf ein Negativbeispiel aus der Nachbarschaft. „Ich möchte keine Zustände wie in Lichtenstein-Unterhausen“.

Die Stadtverwaltung wolle, sagte Lude, dem Gemeinderat im ersten Halbjahr 2019 weitere Maßnahmen vorschlagen, um den Lärm zu reduzieren. „Bis dahin liegt noch jede Menge Arbeit vor uns“, hatte Baubürgermeisterin Ulrike Hotz formuliert.

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