Crailsheim Ausbildung bei der Polizei?

Crailsheim / Luca Schmidt 12.02.2019
Micha Weippert ist neuer Einstellungsberater der Polizei im Landkreis. Er sagt: Beamter werden ist derzeit so einfach wie selten zuvor.

Das Land Baden-Württemberg ist auf der Suche nach neuen Polizisten. 1800 Ausbildungsstellen sollen jeweils in diesem und im kommenden Jahr besetzt werden – so viele wie noch nie. Im Landkreis Schwäbisch Hall sorgt Micha Weippert dafür, dass Interessierte Informationen zur Bewerbung und zum Beruf bekommen. Er ist seit September Einstellungsberater und kümmert sich um alles, was mit der Einstellung von neuen Kräften zu tun hat.

Bei einer Infoveranstaltung im Crailsheimer Polizeirevier erklärte er rund 40 Jugendlichen, warum es sich lohnt, eine Ausbildung bei der Polizei zu machen und welche Voraussetzungen man mitbringen muss (siehe Infokasten).

Damit die interessierten Jugendlichen aus erster Hand erfahren, wie es ist, eine Ausbildung bei der Polizei zu absolvieren, brachte Weippert zwei junge Kollegen mit. Schnell wurde klar: Einen geregelten Alltag gibt es bei der Polizei nur selten. Zwischen dem Auffinden einer Leiche und der Jagd auf einen Pfau des Vogelparks Crailsheim ist alles dabei. Gearbeitet wird im Streifendienst in einem speziellen Schichtsystem: Am ersten Tag von 13 bis 20 Uhr im Spätdienst, am zweiten direkt von 6 bis 13 Uhr im Frühdienst und anschließend von 20 bis 6 Uhr des folgenden Tages im Nachtdienst.

Bei der Polizei hat man „mit vielen anderen Menschen zu tun“

Dafür haben die Streifenpolizisten die beiden anschließenden Tage frei. Aber man gewöhne sich schnell an diesen Rhythmus, so ein junger Beamter.

Auch die Schüler Paul Schroth und Samuel Rück haben sich den Vortrag angehört. Beide überlegen, ob sie eine Ausbildung im gehobenen Dienst beginnen sollen. „Man hat mit vielen anderen Menschen zu tun. und es ist sehr abwechslungsreich. Für mich kommt der Beruf infrage“, meint Rück.

Für Micha Weippert hingegen gab es keine Frage: Er wollte, wie sein Vater, Polizist werden – schon seit er ein kleiner Junge war. Vor 19 Jahren begann er seine Beamtenlaufbahn. Über verschiedene Stationen, unter anderem in Göppingen und Stuttgart, kam er wieder nach Schwäbisch Hall, wo er aufgewachsen ist.

Dort ist er jetzt Einstellungsberater und damit Nachfolger von Hermann Schüttler, der diesen Posten 25 Jahre lang innehatte. „Ich war zwei Jahre lang Lehrer an der Polizeischule in Biberach“, sagt Weippert. Dort habe ihm die Arbeit mit dem Nachwuchs so viel Spaß gemacht, dass er auch in Schwäbisch Hall einer ähnlichen Tätigkeit nachgehen wollte. Weil Hall aber kein Ausbildungsstandort ist, wurde er Einstellungsberater. Außerdem ist Weippert noch mit anderen Polizeiarbeiten befasst.

Dass es momentan leicht ist wie selten zuvor, Beamter bei der Polizei zu werden, liegt daran, dass in zwei Jahren 3600 Ausbildungsplätze besetzt werden sollen. „Zum Vergleich: Es gab auch schon Jahre, da wurden nur 200 eingestellt“, sagt Weippert. Der Grund: Die Polizei möchte neue Stellen schaffen, zusätzlich gehen viele Beamte in Pension.

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Das fordert die Polizei von Auszubildenden

Voraussetzungen für die Arbeit bei der Polizei sind die deutsche Staatsangehörigkeit und eine „weiße Weste“ – man sollte noch nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten sein. Bei beiden Punkten gibt es aber auch Ausnahmen. Zusätzlich sollten Bewerber sportlich sein. Sie müssen außerdem größer als 1,60 Meter sein und der BMI, also der Body-Maß-Index, sollte zwischen 18 und 27,5 liegen.

Für den mittleren Dienst sollten Bewerber einen mittleren Schulabschluss mit einem Notendurchschnitt von 3,2 oder besser mitbringen. Darüber hinaus sollten Bewerber am Einstellungstag zwischen 16,5 und 32 Jahre alt sein.

Für den gehobenen Dienst wird Abitur, die Fachhochschulreife oder ein gleichwertiger Abschluss mit einem Notenschnitt von 3,0 oder besser gefordert. Bewerber müssen einen Auto-Führerschein haben und dürfen nicht älter als 33 Jahre sein. luc

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