Das Kreisklinikum in Crailsheim braucht ein zweites Herztkatheterlabor – und zwar dringend. Das sagen Kreisverwaltung und Kardiologie-Chefarzt Professor Dr. Alexander Bauer. Seit etwas mehr als einem Jahr ist das Herzkatheterlabor im Crailsheimer Krankenhaus in Betrieb und mittlerweile, so Bauer, „voll ausgelastet“. Der Aufsichtsrat des Kreisklinikums hat deshalb der Anschaffung einer weiteren, 700.000 Euro teuren Angiographieanlage zugestimmt, und der Sozialausschuss des Kreistages hat grünes Licht für die 1,9 Millionen Euro teuren Umbau- und Anbauarbeiten im Klinikum gegeben. Das letzte Wort hat der Kreistag in seiner Sitzung am 25. Juni.

Kardiologie des Klinikums ist ausgelastet

Bevor das Herzkatheterlabor in Crailsheim in Betrieb ging, mussten alle Patienten mit unklaren Brustschmerzen an das Haller Diak weitergeleitet werden. Das war alles andere als ideal, denn bei akuten Herzbeschwerden, etwa bei einem Infarkt, zählt jede Minute. „Wir hatten schon einige Notfälle, die durch unser schnelles Eingreifen gerettet werden konnten“, betont Professor Bauer. Der Herzspezialist baut seit 2010 die invasive Kardiologie am Kreisklinikum aus. Ein Meilenstein war die Einrichtung des Herzkatheterlabors. Doch inzwischen kommt die Crailsheimer Kardiologie auf mehr als 1000 Untersuchungen, und so ist es keine Seltenheit, dass es bis 20 Uhr ausgelastet ist.

Deshalb soll nun ein weiterer Meilenstein gesetzt werden, indem ein zweites Labor eingerichtet wird. Damit kommt der Chefarzt einerseits seinem Ziel der Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft ein großes Stück näher, andererseits können dadurch der Gastroenterologie mehr Möglichkeiten eingeräumt werden, die beiden Anlagen für Untersuchungen der Gallengänge, der Gallenblase und der Gänge der Bauchspeicheldrüse zu nutzen. Und auch der neue Chefarzt, Dr. Gerhard Abendschein, ist beim Aufbau der neuen Abteilung Gefäßchirurgie auf die Angiographie angewiesen.

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Crailsheim

Zweites Herzkatheterlabor bringt mehr Behandlungsmöglichkeiten mit sich

Mit einem zweiten Herzkatheterlabor sollen also die Möglichkeiten der Crailsheimer Kardiologie erweitert werden. Schon mit dem jetzigen Labor konnte die Notfallversorgung in der Stadt und ihrem Umland ausgebaut werden. Allerdings gilt das nur für Werktage und die Zeit von 7.30 Uhr bis 16 Uhr. Am Wochenende, abends und nachts muss weiterhin das Haller Diak einspringen.

Übrigens: Professor Bauer kann nach einer Fortbildung am Herzzentrum Heidelberg-Bad Krozingen nun auch chronisch verschlossene Herzkranzgefäße wieder öffnen. Zudem ist die Crailsheimer Kardiologie auf dem besten Weg, sich zu einem überregionalen Zentrum für Kardiomyopathien, also für vererbte Erkrankungen der Herzmuskulatur, zu entwickeln. Federführend ist hier Dr. Barbara Pfeiffer, der bereits jetzt Patienten aus ganz Deutschland vertrauen.

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