Schule Zwei Urgesteine sagen Ade

Schulleiter Günter Koch verabschiedet vier Lehrkräfte des Albert-Schweitzer-Gymnasiums: Klaus Weissert, Martina Fondy, Bianca Furak und Gernot Mitsch (von links).
Schulleiter Günter Koch verabschiedet vier Lehrkräfte des Albert-Schweitzer-Gymnasiums: Klaus Weissert, Martina Fondy, Bianca Furak und Gernot Mitsch (von links). © Foto: Schule
Crailsheim / pm 16.08.2018

Drei Lehrkräfte und eine Referendarin verließen das Crailsheimer Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) zum Ende des Schuljahrs: Bianca Furak, Martina Fondy, Klaus Weissert und Gernot Mitsch. Alle vier zeigten laut Schule großes Engagement.

Bianca Furak war einst selbst Schülerin am ASG. In den vergangenen 18 Monaten unterstützte sie das Kollegium als Referendarin in den Fächern Spanisch und Englisch. Bei ihrer Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern zeigte sie großes Engagement, sodass die Schulleitung und auch das Kollegium sie gerne behalten hätte. Sie wird nun in Gaildorf weiter unterrichten.

Mit Martina Fondy verlässt eine weitere Lehrerin die Schule, die bereits vor ihrer Tätigkeit als Lehrkraft mit dem Gymnasium verbunden war: Auch sie war Schülerin am ASG und kam wieder zurück, um hier zu unterrichten. Nach dem Studium der Fächer Deutsch und Englisch in Tübingen unterrichtete sie zunächst aber am Wieland-Gymnasium in Biberach.

Am ASG zeigte sie großes Engagement: In zahlreichen Projekten wie den Projekttagen „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, während der Anti-Mobbing-Woche und vor allem in leitender Funktion bei diversen Theaterprojekten setzte sie sich für die soziale, kreative und politische Entwicklung der Schülerinnen und Schüler ein.

Klaus Weissert verlässt die Schule nach beinahe 40 Jahren. Sein umsichtiges und menschenfreundliches Handeln hat ihm den größten Respekt bei allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft verschafft. Seit er am 1. Februar 1979 seinen Vorbereitungsdienst unter dem damaligen Schulleiter Dr. Otto Burkhardt angetreten hatte, durften nicht nur Schülerinnen und Schüler von seinem breiten Wissen, seiner Menschlichkeit und seinem Mitgefühl profitieren, sondern auch das Kollegium und die Schulleitung. Er unterrichtete die Fächer Deutsch, Geschichte und Gemeinschaftskunde.

Immer nur ein Indianer

Weissert, der in der ihm eigenen Bescheidenheit sagte, „stets nur ein Indianer“ gewesen zu sein, machte sich um seinen „Stamm“, das ASG, über all die Jahre in vielfältiger Weise verdient. Frühzeitig wurden seine besonderen Eigenschaften von allen Seiten erkannt: Die Schülerinnen und Schülern wählten ihn zum Verbindungslehrer, das Kollegium in den Personalrat.

Seine fachliche Expertise zeigen andere Momentaufnahmen seiner Lehrerlaufbahn: Aufnahmeprüfungen im Fach Deutsch leitete er ebenso in den Anfangsjahren seiner Tätigkeit wie auch einen Leistungskurs im Fach Geschichte. Immer wieder unterrichtete er auch am Gymnasium Gerabronn, um bei personellen Engpässen auszuhelfen.

Unter Schulleiter Dr. Wolf Späth, der Weisserts „geschicktes und ausgleichendes Wirken“ hervorhob, avancierte er mit großer Stimmenmehrheit zum Vorsitzenden des Personalrats. Mitte der 90er-Jahre kam die Beförderung zum Oberstudienrat. Spät in seiner Laufbahn schlug Weissert noch einmal einen neuen Weg ein: Als Rektoratsassistent kümmerte er sich um die Vertretungspläne und arbeitete bei der Erstellung der Stundenpläne mit.

Für seinen wohlverdienten Ruhe­stand wünscht die Schulgemeinschaft des Albert-Schweitzer-Gymnasiums dem passionierten und leidgeprüften Club-Fan keine weiteren Abstiege, immer genügend Lesestoff und viel Ang­lerglück in den norwegischen Fjorden, wohin es ihn bald ziehen wird.

Ein weiteres Urgestein, das die Schule verlässt, ist Gernot Mitsch. Durch seine langjährige Arbeit hat er die Schule maßgeblich geprägt. 1977 wurde Mitsch Referendar in Villingen-Schwenningen, der Dienstantritt am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Crailsheim war am 1. Februar 1979. Mit 24 Stunden Deutsch und Geschichte in der Woche begann er seine Laufbahn am hiesigen Gymnasium.

Der damalige Schulleiter Burkhardt lobte ihn in den ersten Jahren seiner Tätigkeit für seinen Unterrichtsstil und vor allem für seine konstruktive Art, anstehende Probleme zu lösen. Eine besondere Leidenschaft war und ist für Mitsch das Theater: Thornton Wilders „Wir sind noch einmal davongekommen“ war das Stück, das seine Karriere als Theatermacher am ASG begründete. Viele weitere Aufführungen mit „seiner“ Theater-AG folgten. Im Krankheitsfall eines Darstellers trat der Leiter der Theater-AG sogar selbst als Schauspieler auf die Bühne. Dieses Engagement und seine Handlungsbereitschaft blieben auch dem Kollegium nicht verborgen, sodass es ihn in den Personalrat wählte.

Mitschs pädagogisches Wirken erstreckte sich über das ASG hinaus: An der Volkshochschule organisierte und plante er Sprachkurse für Aussiedler, er engagierte sich zudem für die Crailsheimer Theatergemeinde und die Literarische Gesellschaft und wirkt bis heute als Regisseur der jährlich in Satteldorf aufgeführten Operetten-Inszenierungen.

Trotz des Erfolgs seiner Arbeit zeigte sich Gernot Mitsch immer offen für neue Tätigkeiten und Inhalte: Fortbildungen im Fach Ethik, Abordnungen an das Wirtschaftsgymnasium, die seinen beruflichen Horizont erweiterten, die Erstellung von Abituraufgaben und die Endbeurteilung von Abiturarbeiten zeugen davon.

Mit seiner ersten Wahl in den Crailsheimer Gemeinderat 1994 konnte Mitsch seine Erfahrungen und Ideen auch in die kommunale Entwicklung Crailsheims einfließen lassen. Weitere Verbindungen der Schule nach außen entwickelten sich durch das 2001 federführend von ihm organisierte und durchgeführte Projekt „Zisch – Zeitung in der Schule“, an dem verschiedene Crailsheimer Schulen und das Hohenloher Tagblatt beteiligt waren.

Ferner war Mitsch das Thema der Schulentwicklung eine Herzensangelegenheit: Bereits vor seiner Bestellung zum Abteilungsleiter im Jahr 2005 bildete er sich in diesem Bereich fort und bildete eine Arbeitsgruppe, um die damals neuen Lehr- und Lernmethoden an der Schule zu etablieren. Das Oberschulamt ernannte den engagierten Lehrer daraufhin sogar zum Leiter der regionalen Fortbildungen im Fach Pädagogik.

Austausch mit Ostpolen

Ein weiteres wichtiges Anliegen war Mitsch der Schüleraustausch zwischen Crailsheim und Ostpolen, den er ab dem zweiten Durchlauf federführend begleitete.

Die nachhaltige Entwicklung des Albert-Schweitzer-Gymna­siums unterstützte er auch in den vergangenen Jahren mit seinem Engagement im Gemeinderat: Die Anträge der Schule auf Einrichtung eines Ganztagesbetriebs, auf Teilnahme am Schulversuch G 8 und G 9, auf Investitionen für ein baulich-pädagogisches Umstrukturierungskonzept oder zuletzt auf Genehmigung eines weiteren Profilfaches wurden im Stadtparlament und bei der Stadtspitze positiv aufgenommen und unterstützt.

Jubiläum organisiert

Zum Ende seiner Tätigkeit am Albert-Schweitzer-Gymnasium ini­tiierte und organisierte Gernot Mitsch anlässlich des 60-jährigen Namensjubiläums des Albert-Schweitzer-Gymnasiums eine ganze Reihe beeindruckender Jubiläumsveranstaltungen.

Schulleiter Günter Koch würdigte den verabschiedeten Gernot Mitsch: „Was du bei der Außendarstellung der Schule geleistet und wie qualitätsvoll deine unzähligen Beiträge im politischen und kulturellen Veranstaltungskalender Crailsheims über viele Jahre waren, wird vielleicht manchem erst dann bewusst werden, wenn du definitiv dem ASG Lebewohl sagen wirst.“ Dem Dank und der Anerkennung des Schulleiters schließt sich die Schulgemeinschaft an und wünscht dem Neu-Pensionär alles Gute und Gesundheit – und dass sein Engagement weiterhin von Erfolg gekrönt sein möge.

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