Generalversammlung Zufriedenstellendes Jahr

Langjähriger Vorstand Lothar Kaletta eröffnet die Generalversammlung im Forum in Rot am See mit einem Bericht über das Geschäftsjahr 2017. Ab September wird der Vorstand sein Amt niederlegen.  Sein Nachfolger ist Thomas Haag.
Langjähriger Vorstand Lothar Kaletta eröffnet die Generalversammlung im Forum in Rot am See mit einem Bericht über das Geschäftsjahr 2017. Ab September wird der Vorstand sein Amt niederlegen. Sein Nachfolger ist Thomas Haag. © Foto: Fotos: Raiffeisenbank Schrozberg/Rot am See
Schrozberg / Annika Schneider 13.06.2018
Generalversammlung Die Raiffeisenbank Schrozberg-Rot am See erzielt trotz Niedrigzinspolitik und der fortschreitenden Digitalisierung einen überdurchschnittlichen Zuwachs im Kundengeschäft. Von Annika Schneider

Die Raiffeisenbank Schrozberg-Rot am See hatte vergangene Woche zur alljährlichen Generalversammlung eingeladen. Im Forum versammelten sich zahlreiche Mitglieder und Jubilare, um sich die Ergebnisse des zurückliegenden Wirtschaftsjahres anzuhören. Bevor Vorstand Lothar Kaletta die wesentlichen Bilanzzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres vorstellte, zeigte er dem Publikum einen Kurzfilm. Der Inhalt: die Gegebenheiten aus dem Berichtsjahr 2017, darunter unter anderem die aktuellen Entwicklungen in der Finanzdienstleistungsbranche.

„Unser Fazit vorweg: Die Raiffeisenbank hat sich erneut als verlässlicher Partner präsentiert und Marktanteile weiter ausgebaut“, beginnt Kaletta. Die Bilanzsumme hat sich 2017 um 6,9 Prozent auf 309 Millionen Euro erhöht. „Das im Vorjahr prognostizierte Wachstum hat damit unsere Erwartungen übertroffen“, ergänzt der Vorstand. Auch das Kreditgeschäft sei auf einem hohen Niveau. Im vergangenen Jahr konnte die Raiffeisenbank an die Entwicklung der Vorjahre anknüpfen. „Und der kräftige Aufschwung geht weiter“, sagte er zuversichtlich.

Doch es gibt auch eine Passivseite der Bilanz. Er betonte, dass die Entwicklung abermals von den privaten und den staatlichen Konsumausgaben vorangetrieben werde. „Drei Trends“ seien aus Bankensicht maßgeblich – die Niedrigzinspolitik, die stetig vo­ranschreitende Digitalisierung und die Regulatorik.

Weiterhin niedrige Zinsen

So habe die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit einem Leitzins von weiterhin 0 Prozent, einem mit minus 0,4 Prozent negativen Einlagenzins für Banken und einem Aufkaufprogramm von Anleihen und Wertpapieren in Billionenhöhe zu einem enormen Verfall der kurz-, mittel- und langfristigen Zinsen geführt. „Die politisch gewollte Niedrigzinspolitik der EZB hilft zwar den Staaten, Ländern und Kommunen bei der Entschuldung und allen anderen Kreditnehmern, führt aber bei den Regionalbanken wie Sparkassen und Genossenschaften unweigerlich zu kontinuierlichen Rückgängen der Zinsergebnisse und zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Ertragslage“, erklärt Kaletta. Auch verändere die Digitalisierung die Anforderungen an die Banken radikal. „Immer mehr Kunden nutzen die neuen Zugangswege zur Bank, ob Onlinebanking über den PC oder einfache Dienstleistungen, sie werden zunehmend online wahrgenommen, doch gleichzeitig wächst der Bedarf nach umfassender, persönlicher Beratung“, erzählt der Vorstand. Eine Problematik, die der Raiffeisenbank durchaus bewusst ist.

Getreu dem Motto: Neue Herausforderungen erfordern neue Ansätze und neue Lösungen, setzt die Raiffeisenbank auf Angebote, die einer Omnikanal-Strategie zugrunde liegen.

Jedoch sei es auch im Internetzeitalter wichtig, die Geschäftsstellen und Ansprechpartner in Kundennähe zu erhalten. Auch stellen die verschärften Eigenkapitalvorschriften sowie der Zwang zur Regulatorik die Raiffeisenbank auf eine Probe. „Aufgrund der wachsenden bürokratischen und teilweise sehr komplexen Auflagen aus Meldepflichten, weiteren aufsichtsrechtlichen Vorgaben und auch aus Verbraucherschutzbestimmungen steigen die Verwaltungskosten für die Kreditwirtschaft fortwährend. Auch die Raiffeisenbank ist ­– angesichts ihrer Größe sogar überproportional – davon betroffen“, sagt Kaletta. Trotz aller Widrigkeiten blickt der Vorstand positiv in die Zukunft und rechnet mit einer moderaten Ausweitung auf der Aktiv- und Passivseite der Bilanz.

Neben all den Zahlen und Fakten stand am Ende der Generalversammlung Vorstand Lothar Kaletta selbst im Mittelpunkt. Nach 36 Jahren als Vorstandsvorsitzender legt er im September dieses Jahres sein Amt nieder. Thomas Haag übernimmt seinen Posten. Zudem gab es eine Neuwahl im Aufsichtsrat. Die Schrozberger Bürgermeisterin Jacqueline Förderer wurde einstimmig in das Amt gewählt und übernimmt den Posten von Aufsichtsrat Karl Hörner, der sich in den Ruhestand verabschiedet.

50 und 60 Jahre die Treue gehalten

Die Raiffeisenbank Schrozberg-Rot am See verzeichnet 5471 Mitglieder mit 10­­­ 380 Geschäftsanteilen im Jahr 2017. Seit 60 Jahren halten der Raiffeisenbank die Treue: Friedrich Jöchner, Josef Lang, Siegfried Schöppler, Stadt Schrozberg, Wilhelm Ströbel, Kurt Thorwarth, Friedrich Walter und Alfred Zechel. Seit 50 Jahren gehören der Genossenschaft Adolf Bullinger, Werner Dziad, Richard Friedrich, Hugo Frieß, Richard Hacker, Werner Häfner, Karl Jäger, Ingeborg Jäger, Dr. Ursula Klene, Ing. Helmut Kloss, Dieter Kreiselmeyer, Norbert Leidig, Dieter Lessing, Lotte Morasch, Albrecht Ohr, Karl Pröger, Hans-Dieter Schmidt, Hellmut Seuffert, Wilhelm Thürauf und Rita Winkler an.

Die wichtigsten Fakten und Zahlen

Die Bilanzsumme hat sich 2017 um plus 6,9 Prozent auf 309 Millionen Euro erhöht.

Bei den Kundeneinlagen konnte die Raiffeisenbank mit einem Plus von 6,9 Prozent auf 230,1 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr abschließen.

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