Heilbronn/Rosengarten Zeuge erzählt von vorgetäuschtem Russisch Roulette

Heilbronn/Rosengarten / ELEONORE HEYDEL 03.11.2014
Im Heilbronner Landgerichtsprozess gegen drei mutmaßliche Drogendealer aus Rosengarten hat ein 19-jähriger Zeuge die Anklage bestätigt.

Auch am zweiten Verhandlungstag haben die angeklagten jungen Männer im Alter von 22, 21 und 20 Jahren ihr Schweigen nicht gebrochen. Das Gericht hörte über drei Stunden lang einen 19-jährigen Schüler als Zeugen an. Der Schüler hatte eine Zeitlang zum Freundeskreis des angeklagten Trios gehört. Er war Haschischkonsument und hatte Einblick in die Drogengeschäfte der drei jungen Westheimer. Im März 2013 kippte die Stimmung. Der Jugendliche wurde vom Trio verdächtigt, 1800 Euro Drogengeld gestohlen zu haben. Um ihn zu zwingen, das Versteck des Geldes preiszugeben, ließen sie ihn in ein Auto einsteigen und fuhren mit ihm zum Grillplatz in Rieden. Ein Angeklagter sprach von "Russisch Roulette", ein anderer hielt ihm einen Revolver an den Kopf. "Als das an die Schläfe gekommen ist, war es kühl - das war kein Plastik!", sagt der 19-Jährige. Was er nicht wusste: Es war wohl eine Schreckschusswaffe.

Die Täter fuhren mit ihm weiter in ein nahes Waldstück. Dort sollte er - so berichtet er selbst - aussteigen, damit "das Auto nicht vom Blut schmutzig würde". Der misshandelte und gedemütigte Jugendliche konnte fliehen. Die anderen blieben beim Auto.

Ob sich die drei Angeklagten zu diesem Vorfall noch äußern, bleibt abzuwarten. Der Prozess wird fortgesetzt.