Zeltvergleich Zeltvergleich auf dem Volksfestplatz - Was ist los bei Engel, Papert und Kantine

Großer Andrang wie - hier vor dem "Zirkus" - herrscht beim Volksfest vor allen Zelten. Foto: Stephanie Renk
Großer Andrang wie - hier vor dem "Zirkus" - herrscht beim Volksfest vor allen Zelten. Foto: Stephanie Renk
Crailsheim / STEPHANIE RENK 17.09.2012
Neben den bekannten großen Festzelten Engel und Papert gab es auf dem Volksfest in diesem Jahr eine Neuheit: das Kantine-Zirkuszelt. Grund genug, einmal zu testen, wer wo und wie feiert.

Der Auftrag: ein Zeltvergleich und zwar zur absoluten Hochzeit am Volksfestsamstagabend um 21 Uhr. Klingt spaßig, ist aber nicht so einfach, denn um die Stimmung in den verschiedenen Party-Locations genauer unter die Lupe zu nehmen, muss man erst mal reinkommen. Das gestaltet sich in diesem Jahr besonders schwierig. Schon von Weitem ist zu sehen, dass das Engelzelt nicht nur von einer Horde Securities, sondern auch von der Polizei regelrecht abgeriegelt wird. Menschenmassen drängen sich vor dem Eingang, schieben und drücken in der Hoffnung, doch noch irgendwie hineinzukommen. "Keine Chance - wir sind komplett dicht. In den nächsten zwei Stunden geht hier nichts mehr", sagt einer der Sicherheitsleute - das große Quetschen geht trotzdem weiter.

Na gut, wenn"s im Engel so eng ist, beginnt der Festzelttest eben nebenan bei Sony-Boy Papert - aber auch hier das gleiche Bild: Niemand kommt mehr rein. Nervig, aber es lässt sich nun mal nicht ändern. Auf geht"s, einmal quer über den Platz gen Zirkuszelt, vielleicht ist ja da noch was zu machen.

Mittlerweile ist es 21.30 Uhr und nach ein paar Minuten in der Schlange vor dem Eingang, kann der Test im Kantine-Zelt endlich beginnen. Auch hier ist es sehr voll, das Publikum gemischt - vereinzelte Teenies tanzen zu Live-Musik zwischen 20- bis 50-Jährigen. Allerdings nicht auf Tischen und Bänken, sondern, wie in einem normalen Club, auf dem Parkett. "Stimmung und Musik sind hier gut", sagt eine Besucherin in Tracht, die eigentlich ins Bierzelt wollte. Richtige Volksfestlaune komme allerdings mangels Biergarnituren nicht auf. Gerade das findet ein anderer Kantine-Zelt-Besucher toll: "Wer keine Lust auf das klassische Bierbank-Gehüpfe hat, für den ist das neue Zelt die optimale Alternative."

Genug getanzt, auf geht"s, noch einmal zurück zu den beiden "Großen"; die Chancen, dort hineinzukommen, stehen allerdings noch immer schlecht, denn in der Zwischenzeit ist auch die Schlange vor dem Zirkuszelt eher länger geworden. Und tatsächlich, vor dem Engel, mischen sich Kälte und Verzweiflung mit Galgenhumor. Nur dank Presseausweis kann der Test fortgesetzt werden.

Einmal drinnen, ist es erstaunlicherweise nicht so eng wie in den vergangenen Jahren. Die Bänke und Tische sind zwar zum Bersten gefüllt, in den Fluren kommt man aber relativ schnell voran. Die Stimmung ist gut, das ganze Zelt gröhlt gerade "Tchê tchereretchê tchê" zu Balada Boa von Gusttavo Lima. Eigentlich sitzt niemand, egal ob 16 oder 60. "Für alle, die das ultimative Volksfest-Feeling wollen, ist das Engelzelt einfach Pflicht, egal wie lange man warten muss", findet eine Gruppe Mitvierziger, die extra einen Tisch reserviert hat und diesen seit 17 Uhr erfolgreich "bewacht".

Weiter geht"s zu Sony-Boy Papert. Hier kommen die Besucher jetzt, um 23.30 Uhr, wieder rein, am Zeltrand sind tatsächlich ein paar Tische frei. Auch hier ist die Stimmung gut, das Publikum ebenfalls gemischt, wobei die kreischenden Teenies vor der Bühne fehlen. Viele stehen, einige sitzen. "Hier ist es gemütlicher als im Engel", sagt ein Besucher, "gute Musik, aber weniger Stress." Auf dem Heimweg wird eines klar: Je nach Geschmack, haben alle Zelte ihren Reiz. Schade ist nur, dass die freie Wahl oft nicht bleibt, weil das Reinkommen von Jahr zu Jahr schwieriger wird.

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