Erfolgsmodell Zehn Jahre DRK-Initiative "Bürger für Bürger"

Gschwend / BRIGITTE HOFMANN 25.09.2012
Seit zehn Jahren gibt es die Gschwender DRK-Initiative "Bürger für Bürger". Am vergangenen Samstag wurde deshalb mit vielen Gästen und Musik groß gefeiert. Hier die Gründungsgeschichte.

Es war im Jahr 2000, als Jürgen Feller die Idee hatte, älteren Menschen in der Gemeinde Gschwend bei täglichen Arbeiten Hilfestellung zu geben. Zusammen mit seiner Frau Heidrun war er zu diesem Zeitpunkt bereits seit zwölf Jahren in der Seniorenarbeit (Seniorentanz) des DRK-Ortsvereins tätig.

Seine Gedanken legte Fellner im Jahr darauf dem Kreisseniorenrat offen und Anfang 2002 suchte er das Gespräch mit Bürgermeisterin Rosalinde Kottmann, den diversen Rettungsorganisationen und der Sozialstation. Zeitgleich ergab sich der günstige Fall, dass die Gmünder Ersatzkasse GEK in Gschwend ein Büro eröffnete.

Am 12. September 2002 wurde ein Kooperationsvertrag mit der GEK und der Kreissparkasse unterzeichnet und schon eine Woche später die Arbeit im "Bürgerbüro" - im Büroraum der GEK in der Gmünder Straße 5 - aufgenommen. Dienstags und donnerstags ist von neun bis elf Uhr geöffnet.

Ehrenamtliche unterstützen im Alltag

In Anlehnung an das Konzept der bundesweiten Bewegung "Sport Spaß" war der Name "Gschwender Schub Bürger für Bürger" entstanden. Einkaufshilfen, Begleitung bei Arztbesuchen oder Fahrdienste für ältere Mitbürger werden geleistet, und alles auf ehrenamtlicher Basis. Was anfänglich eher zögerlich in Anspruch genommen wurde, entwickelte sich im Lauf der Jahre zu einem Erfolgsmodell und inzwischen stehen auch zwei eigene Fahrzeuge zur Verfügung.

Im Frühjahr 2003 wurde Jürgen Wartlick von Jürgen Feller angesprochen, ob er sich nicht ein breiteres Angebot für Gschwender Senioren vorstellen könne. Wartlick konnte, und rief die "Senioren-Runde" ins Leben. Man traf sich fortan zum Stammtisch und bald standen die tollsten Ausflüge auf dem Programm: Berlin, das Europaparlament in Straßburg, Städtetouren, Weinproben, Firmenbesichtigungen, Theaterbesuche und mehr.

Am 18. Dezember 2007 fragte Rosalinde Kottmann im Bürgerbüro an, ob die Möglichkeit bestünde, das Schüleressen, welches die Seniorenheimat Schuppert liefert, auszugeben. Die Initiative "Bürger für Bürger" machte es möglich und bereits am 7. Januar 2008 wurde mit der Essensausgabe begonnen. Rund 20 Ehrenamtliche sind abwechselnd im Einsatz, zwischen 25 und 35 Kinder werden pro Ausgabe bedient. Das ergibt in der Summe 70 Einsatztage mal 2,5 Stunden, also 175 Stunden im Jahr. Allein an diesen Zahlen lässt sich ablesen, welche Leistung die Ehrenamtlichen für die Gemeinde und die Eltern erbringen.