Theater Mit Charme und Spielfreude auf der Bühne agiert

Die Waldorfschüler gaben drei Vorstellungen des Stückes von Erich Kästner.
Die Waldorfschüler gaben drei Vorstellungen des Stückes von Erich Kästner. © Foto: Guido Seyerle
Roßfeld / Guido Seyerle 06.02.2017
Theater: Achtklässler der Waldorfschule Crailsheim führen dreimal „Pünktchen und Anton“ von Kästner auf.

14 Akteure, mehr als 30 Helfer vor und hinter der Bühne, dazu Sänger und Instrumentalisten – die Waldorfschule Crailsheim legt sich ordentlich ins Zeug, um mit „Pünktchen und Anton“ zum vierten Mal ein Theaterstück der Achtklässler zu präsentieren.

Bei der ersten von drei Vorstellungen am Freitag in der Roßfelder Turn- und Festhalle schauen sich rund 100 Besucher die zweistündige Vorstellung an, die Schüler hätten ein größeres Publikum verdient gehabt. Zumal sie dazu noch das Pech hatten, dass die zweite Vorstellung in Gerabronn abgesagt werden musste, da der Festsaal der Dorfgemeinschaft Brettachhöhe nicht bespielt werden konnte. Kurzerhand wurde das Stück am Samstag noch einmal in Roßfeld aufgeführt, bevor es am Sonntag nach Dinkelsbühl ging.

Das Team um die beiden Organisatoren Friedemann Mayer und Sibylle Schwalb hat für eine geschickte Wahl der Schauplätze gesorgt. Die Handlung beschränkt sich nicht auf die Bühne, sondern Pünktchen (Emilia Waßer) und Anton (Michael Gansky) spielen auch direkt oder seitlich von den Zuschauern. Das macht es für die jungen Akteure nicht leichter, schließlich agieren sie direkt vor und zwischen Freunden und Bekannten.

Doch die kleinen Hänger werden mit viel Charme und Spielfreude überdeckt. Besonders eindrücklich sind die Momente, wenn die Schüler auf der Bühne gemeinsam singen oder die jugendlichen Schauspieler zum Klang der Streicher tanzen. Gleichzeitig kommt der sozialkritische Ansatz im Werk von Erich Kästner, das er in den 1930er-Jahren erschuf, immer wieder deutlich zum Vorschein.

Auch zum Lachen gibt es einiges – zum Beispiel, als die Kopfschmerzen von Pünktchens Mutter thematisiert werden: „Migräne sind Kopfschmerzen, die man hat, obwohl man sie nicht hat.“ Das erfreut auch die ehemaligen Waldorfschauspieler wie einige Zehntklässler, die sich das Stück ihrer Nachfolger nicht entgehen lassen.

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