Verbände Millionen für ein Lebensmittel

Eine am Computer entstandene Simulation des geplanten Wasserwerks Murrtal, in dem künftig das Wasser aus rund 60 örtlichen Quellen im nördlichen Rems-Murr-Kreis zusammenfließt.
Eine am Computer entstandene Simulation des geplanten Wasserwerks Murrtal, in dem künftig das Wasser aus rund 60 örtlichen Quellen im nördlichen Rems-Murr-Kreis zusammenfließt. © Foto: xy
pm 13.09.2017
NOW baut ein neues Wasserwerk: Kommunale Partner profitieren von einer deutlichen Verbesserung der Versorgung im nördlichen Rems-Murr-Kreis.

Mit dem „offiziellen“ Spatenstich wurde jetzt Startschuss für den Bau des neuen Wasserwerks Murrtal zwischen Erbstetten und Maubach gegeben, dass zukünftig rund 70.000 Menschen im nördlichen Rems-Murr-Kreis mit Trinkwasser in bester Qualität versorgen wird.

Der Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) mit Sitz in Crailsheim realisiert gemeinsam mit den sechs Kommunen Allmersbach im Tal, Aspach, Backnang, Burgstetten, Leutenbach und Oppenweiler, den drei Zweckverbänden Allmersbach im Tal, Hardt-Wasserversorgung und Söllbachgruppe sowie den Stadtwerken Backnang diese Konzeption für die Wasserversorgung.

„Wir investieren damit in die Qualität unseres wichtigsten Lebensmittels“, sagt NOW-Geschäftsführer Dr. Jochen Damm. Rund 2,2 Millionen Kubikmeter Wasser aus 60 lokalen Brunnen und Quellen werden zukünftig im Wasserwerk jährlich zentral aufbereitet – mit der Option, die Aufbereitungsleistung mittelfristig weiter zu erhöhen.

Neben dem Bau des Wasserwerks werden in den nächsten Jahren insgesamt rund 55 Kilometer an Wasserleitungen verlegt, um die einzelnen Versorgungsanlagen der beteiligten Partner zu vernetzen. Planung, Bauleitung und Projektsteuerung für das Projekt übernimmt die NOW, die später auch für den Betrieb des Wasserwerks und der Brunnen und Quellen verantwortlich sein wird.

Ein Vorteil ist auch die bessere Nutzung der lokalen Wasservorkommen, deren Menge sich von 0,7 auf 2,2 Millionen Kubikmeter pro Jahr erhöht. Möglich ist dies, weil zukünftig überschüssiges Wasser eines Partners über das neue Wasserwerk an die anderen Partner abgegeben wird.

Nach der Fertigstellung des Wasserwerks können die beteiligten Partner auf eine eigene Rohwasseraufbereitung und somit teure Einzelanlagen verzichten. Die Betriebs- und Investitionskosten für ein zentrales Wasserwerk sind geringer als die Unterhaltung mehrerer kleinerer Anlagen zur Trinkwassergewinnung, wie die NOW in einer Pressemitteilung weiter schreibt.

„Die Menschen wünschen sich weicheres Wasser“, sagt Geschäftsführer Dr. Jochen Damm. Viele Wasservorkommen im nördlichen Rems-Murr-Kreis weisen mit 25 bis 30 Härtegraden jedoch sehr hohe Werte auf. Durch das neue Wasserwerk kann eine einheitliche Wasserhärte unter dem Wert 14 erreicht werden. Da allerdings das Land den Bau einer Enthärtungsanlage nicht fördert, übernimmt die NOW die Kosten in Höhe von 4,8 Millionen Euro zu 100 Prozent.

Der Kostenaufwand für das Gemeinschaftsprojekt, das voraussichtlich im Jahr 2022 abgeschlossen sein wird, beträgt nach dem derzeitigen Stand der Kalkulationen insgesamt rund 33,9 Millionen Euro.

Davon entfallen 12,4 Millionen Euro auf das neue Wasserwerk Murrtal. Das Land Baden-Württemberg unterstützt das Projekt mit voraussichtlich 9,2 Millionen Euro. Der restliche Betrag wird von der NOW (22,3 Millionen Euro) sowie den beteiligten Städten und Gemeinden (2,4 Millionen Euro) finanziert.