Würth Würth baut, baut und baut . . .

Kräne bestimmen das Bild: Die Erdarbeiten an dem strategischen Projekt sind in vollem Gange. 120 Mitarbeiter werden hier beschäftigt sein. Foto: Heribert Lohr
Kräne bestimmen das Bild: Die Erdarbeiten an dem strategischen Projekt sind in vollem Gange. 120 Mitarbeiter werden hier beschäftigt sein. Foto: Heribert Lohr
Niedernhall / HERIBERT LOHR 31.05.2014
Für eine hochleistungsfähige zentral-angelegte IT-Struktur investiert der Künzelsauer Handelskonzern rund 20 Millionen Euro. Im Frühjahr 2015 will die Firmengruppe das Zentrum in Betrieb nehmen

Es ist gerade etwas mehr als 14 Tage her, da hat die Konzerntocher Würth Elektronik ICS in dem kleinen Gewerbepark ihr neues Verwaltungs- und Produktionsgebäude offiziell eingeweiht. Für 15 Millionen Euro hat der Handelskonzern fünf Standorte seiner Elektroniksparte unter einem Dach vereint. Jetzt beherrschen auf "dem Zwillingsgrundstück" wiederum die Baumaschinen die Szenerie. In unmittelbarer Nachbarschaft wächst derzeit das neue IT-Technologiezentrum der Würth-Gruppe in den Himmel. "Hier entsteht ein zentraler Baustein unserer Unternehmensgruppe, dessen Bedeutung wohl erst in der Zukunft richtig zu erkennen ist", sagte Firmenpatriarch Reinhold Würth bei der Grundsteinlegung am gestrigen Freitag. Auf einer Gesamtfläche von 5220 Quadratmetern (etwa eineinhalb Fußballfelder) wird ein hochleistungsfähiges IT-Zentrum geschaffen, dessen rund 1000 Surfer mit einer Speicherkapazität von zwei Petabyte (in etwa 15 Milliarden E-Mails) ausgestattet sein werden und über dessen Leitungen dann fast das gesamte Datenaufkommen des Handelskonzerns verwaltet wird. Obwohl der Energieverbrauch um mehr als 30 Prozent gesenkt wird, hat das neue Zentrum einen Strombedarf von 4000 kwH.

Zum besseren Verständnis: Würth wickelt im Jahr rund 35 Millionen Aufträge mit einem durchschnittlichen Volumen von 240 Euro ab. Das stellt enorme Anforderungen an Verwaltung und Logistik. Die Vernetzung ist auch deshalb zwingend geboten, da das Handelsunternehmen seine Kunden zudem über verschiedene Verkaufskanäle (Verkäufer, Filiale, Online) anspricht und den Anteil seines "EBusiness" am Gesamtumsatz bis zum Jahr 2018 auf mehr als 30 Prozent steigern will. Nur ein paar Gründe, warum der Konzern auf äußerst belastbare IT-Strukturen angewiesen ist. Um ein Höchstmaß an Verlässlichkeit sicherzustellen, ist das System "gespiegelt" und dazu mit den drei Rechenzentren im Stammhaus in Gaisbach und in Waldenburg gekoppelt. Zudem stellt ein Rechenzentrum im Ausland einen zusätzlichen Back-up, um mögliche Ausfälle, soweit menschenmöglich, auszuschließen. Geschäftsbereichsleiter Bernd Hermann, zugleich IT-Verantwortlicher für die gesamte Würth-Gruppe betont denn auch: "Das neue Technologiezentrum ist Teil unserer Strategie, dezentrale Strukturen zu zentralen Einheiten umzubauen und zusammenzufassen." 1200 hoch qualifizierte IT-Spezialisten sind heute im Konzern beschäftigt. Am Standort Waldzimmern werden zusätzlich weitere 120 Arbeitsplätze geschaffen. Dass das neue IT-Zentrum auch ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Tochterunternehmen Würth Elektronik ICS ist, liegt auf der Hand. Geschäftsführer Oliver Konz: "Zum einen werden auch unsere Daten hier verwaltet, zum anderen erwarten gerade die Kunden der Elektroniksparte besonders hohe Standards in Sachen moderner Kommunikationstechnologie."

Jörg Morawski ordnet ein: "Es unterstreicht unseren Anspruch, dass wir unseren Kunden nicht nur Produkte anbieten, die Platz, Energie und Material sparen, sondern dass wir die gesamte Prozesskette effizienter machen wollen. Der Bereichsleiter Würth Elektronik umreißt den strategischen Ansatz: "Es ist ja unser erklärtes Ziel, wieder Marktanteile bei der Herstellung von elektronischen Bauteilen zurückzuholen. Eine hervorragende IT ist dafür das Fundament, die Basis für eine technologieorientierte Marktführerschaft."

Knapp 20 Millionen Euro investiert der Künzelsauer Konzern, um diese Ziele auch zu erreichen. Wenn die Bauarbeiten beendet sind, können Bagger und Kräne gleich weiterziehen. Denn nur wenige Kilometer weiter soll am Stammsitz die Niederlassung ausgebaut werden. Dafür hat der Konzern weitere 20 Millionen eingeplant. Demnächst soll mit dem Bau begonnen werden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel