Literatur Würdiger Platz für „Stimme Hohenlohes“

Mit einer computergestützten Präsentation ist das Werk Gottlob Haags in Niederstetten aufbereitet worden.
Mit einer computergestützten Präsentation ist das Werk Gottlob Haags in Niederstetten aufbereitet worden. © Foto: Inge Braune
Niederstetten / Inge Braune 04.04.2018

Der Hohenloher Mundartdichter Gottlob Haag gilt als „Stimme Hohenlohes“. Jetzt gibt es in Niederstetten einen Ort, an dem man das umfangreiche Erbe des Lyrikers bewahrt.

Da ist sie wieder, die „Stimme Hohenlohes“, die Stimme von Gottlob Haag (1926 – 2008): Hochdeutsche Texte haben Peter und Maria Warkentin eingesprochen, und in Gottlob Haags eigener Stimme sind jetzt  etliche seiner Mundartgedichte zu hören. Das Gottlob-Haag-Kabinett in der städtischen Mediothek ist eingerichtet und eröffnet worden. Es ist, wie Bürgermeister Rüdiger Zibold betonte, der Stadt ein Bedürfnis, ihrem Ehrenbürger öffentlich eine Heimat zu geben.

ber 50 Bände Lyrik und Prosa des Wildentierbacher Autors hat allein Verleger Wilfried Eppe herausgegeben. Der „Hohenloher Psalm“ erschien 1964, mit dem „Götz vo Berlichinge“ gab Haag 1991 die Initialzündung fürs Tempele-Theater, in seinen Bibelübersetzungen „Groessi Schprich“ (1994) gestattet der Lyriker einen Blick auf seinen Urgrund, im autobiografischen Roman „Der Bankert“ (2004) lässt er den Blick aufs ganze Leben zu.

Bundesverdienstkreuz 1978

Sein Wirken wurde mit etlichen Preisen bedacht: 1978 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, weitere Preise folgten. Seine Heimatstadt würdigte Haag mit der Ehrenbürgerschaft – und machte sich nach seinem Tod mit einer Arbeitsgruppe um Heide Ruopp und Heinrich Eppe daran, den Dichternachlass zu sichern und im Gottlob­- Haag-Archiv in der alten Schule umfassend zu erschließen.

Von Anfang an hatte die Bücherei Wert darauf gelegt, Haags Bücher möglichst vollständig vorzuhalten. Welch besseren Ort also hätte es geben können, um eine öffentliche Gedenkstätte für Haags Leben und Werk einzurichten? Kulturamtsleiter Norbert Bach erläuterte die erstaunliche Vielfalt des Gottlob-Haag-Kabinetts. Der computergestützte Bildschirm ermöglicht es, Haag und seine Welt in Bildern und Klängen wiederzugeben: Dank der Kooperationsbereitschaft des Verlags J.P. Peter und des Wettin-Verlags wird Gottlob Haags auf alten Platten erhaltene Stimme hörbar. Noch fehlt Filmmaterial – aber vielleicht, so hofft Norbert Bach, lässt sich Haags Theaterschaffen doch noch über eine SWR-Aufzeichnung der Tempele-Aufführung von Haags „Blasius Heyden“ belegen.

Die computergestützte Präsentation ermögliche schließlich flexible Erweiterungen und Aktualisierungen der Darstellung – und man sei auf der Suche. Dass man sich leicht zurechtfindet auf dem großen Display, ist dem Wallhausener Spezialisten Dietmar Breuninger zu danken.

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