Hallo liebste Crailsheimer!

Nun ist es seit meinen letzten Brief schon fast vier Monate her. In diesen letzten Monaten, habe ich nicht nur meine Gastfamilie gewechselt, sondern hatte auch die Möglichkeit, verschiedenste Orte in den Vereinigten Staaten zu erkunden. Meine Freizeit füllte ich mit Schulevents, Freunden und Snowdays.

Ende Januar hatte ich das Privileg, ein NBA-Game mit einer meiner besten Freundinnen und ihrer Familie zu besuchen. Wir fuhren zu dem etwa drei Stunden entfernten Minneapolis und verbrachten einen Nachmittag im Target Center direkt neben dem Target Field, auf dem die Minnesota Twins ihre Homeruns vollführen. Wir sahen jedoch die Minnesota Timberwolves, die in der NBA spielen. Sie traten gegen die LA Lakers aus dem weit entfernten California an. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es an unserer großen Unterstützung lag oder daran, dass LeBron James bei den LA Lakers nicht spielte, aber die Timberwolves gewannen das Spiel! Da ich zu dieser Zeit selbst noch Basketball in der Schule spielte, war es definitiv ein tolles Ereignis für mich. Meine Freunde und ich besuchten auch den sogenannten „Winter Formal“ im Januar. Es ist vergleichbar mit dem „Homecoming Dance“ im September und ist ein Tanz in der Turnhalle der Schule. Es gibt meistens einen DJ und all die Schüler können mit ihren Freunden den Tanz besuchen und zusammen feiern.

Crailsheim

Liss lernt Basketball, Football und Hockey näher kennen

Im Februar war Endspurt für die Basketball-Saison angesagt: Nachdem ich für fast vier Monate mit diesem Wintersport beschäftigt war, hieß es, Abschied nehmen von meinem Basketballtrikot. Doch im Februar drehte sich nicht nur alles um Basketball, sondern auch um American Football. Für einen Abend saßen alle Amerikaner mit Chicken Wings vor dem Fernseher: Der Superbowl fand statt. Für diejenigen, die nicht so Football interessiert sind: Der Superbowl ist das Endspiel der Footballsaison und DAS Sportevent in Amerika. Auch ich verabredete mich mit meinen Freunden und wir schauten gemeinsam den Superbowl. Zusätzlich zu Basketball- und Footballspielen hatte ich auch die Möglichkeit, ein Hockeyspiel in Sioux Falls anzuschauen.

Im März wechselte ich nicht nur meine Gastfamilie, sondern es wurde auch die neue Austauschschülerin Mariah Hennings gewählt. Zudem startete die dritte und auch letzte Sportsaison für mich. Mitte März zog ich bei Bill und Dawn Gordon und deren vier Kindern ein. Da ich nun die Älteste unter den Geschwistern bin, ist immer etwas los und es wird nie langweilig, denn mit den Kleinen gibt es immer etwas zu spielen. Bill, Dawn und der älteste Sohn Luke besuchten 2017 Crailsheim und ich durfte sie dort schon etwas kennenlernen. Bills ältere Schwester Staci Gordon (Helwig) war auch Austauschschülerin in Crailsheim und flog lustigerweise mit meinem Papa zurück nach Deutschland, als sein Austauschjahr zu Ende war. Somit wohnte sie für ein paar Monate bei meinen Großeltern und nun bin ich Teil der Gordon-Familie in Worthington geworden.

Schüleraustausch mit Worthington Basketball, Halloween und Native Americans

Worthington/Crailsheim

Vor dem Abschied steht noch einiges an

Bei uns hat nun schon der vierte und somit letzte Teil des Schuljahres angefangen. Das heißt auch für mich, dass das Ende meines Aufenthalts immer näher rückt. Doch bevor das passiert, habe ich noch einige neue Dinge zu erleben. Ein paar meiner Klassen haben sich im letzten Viertel noch einmal geändert. So habe ich die Möglichkeit, Einblick in unterschiedliche Klassen zu erhalten.

Im April war ich außerdem eine Woche in Colorado und konnte auch Staci wiedersehen, die seit vielen Jahren in Denver lebt. Wir verbrachten nicht nur mehrere Tage in Denver und Umgebung, um Museen und Dinosaurierfußabdrücke zu besichtigten, sondern fuhren am Ende unseres Trips zum Skifahren in die Rocky Mountains. Einen Abend verbrachten wir mit Laura und Sarah, den Töchtern von Martha McCarthy, die vor vielen Jahren mit ihrer Mutter Theodora Cashel die Partnerschaft zwischen Crailsheim und Worthington ins Leben gerufen hat.

Der Schnee kehrt immer wieder zurück

Besonders für mich war nicht nur das Treffen mit den McCarthy Schwestern, sondern auch der lange Winter hier in Minnesota. Nicht umsonst wird Minnesota oft „Minnesnowta“ genannt. Zwar hatten wir ein paar schöne, warme Tage in letzter Zeit, dennoch kommt der Schnee immer wieder zurück. Was ich am Anfang meines Briefes mit Snowdays meinte, sind die Tage, an denen die Schule ausgefallen ist, da der Wind entweder zu stark war und es zu viel schneite. Oder es hatte -33 Grad und war somit zu kalt, um aus dem Haus zu gehen. Wenn wir Glück hatten, durften wir auch Teil eines Eissturms oder Schneesturms sein und die Zeit im Haus und ohne Strom genießen. Nun steht aber hoffentlich bald der Sommer vor der Tür.

Ich hoffe auch, dass ihr, liebe Crailsheimer, euren „Winter“ gut überstanden habt und das sonnige Wetter genießt. Ich wünsche euch allen eine gute Zeit und ihr werdet ganz bald wieder von mir und meinen Abenteuern hören!

Bis dahin sende ich die allerliebsten Grüße aus dem immer noch etwas frischen Worthington,

Liss Marie Huß

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