Crailsheim Wo Geysire und Wasserfälle toben

Crailsheim / Luca Schmidt 07.08.2018
Die Crailsheimer Schülerin Nina Bechtel war mit 18 weiteren Jugendlichen auf Forschungsreise in Island unterwegs. Sie untersuchten das Land nach einem Konzept, das sie selbst erstellt hatten.

Vulkane brodeln, Geysire explodieren und Wasserfälle stürzen in die Tiefe – Island bietet seinen Besuchern eine einzigartige Landschaft. Das weiß jetzt auch Nina Bechtel: Die 15-jährige Schülerin des Lise-Meitner-Gymnasiums in Crailsheim war eine Woche auf der Insel, um Land und Leute genauer unter die Lupe zu nehmen. Zusammen mit 18 Schülern aus Deutschland, Österreich und dem Iran begab sie sich im April auf eine Forschungsreise, die vom Institut für Jugendmanagement (IJM) in Heidelberg organisiert wurde.

Ihr ehemaliger Chemie-Lehrer habe vorgeschlagen, sie solle sich für das Programm „Master-Mint“ des IJM (siehe Infokasten) bewerben. Im Dezember verschickte sie ihre Bewerbung, im Januar kam die Zusage. Nach Microsoft-Office-Schulungen und dem Kauf der richtigen Ausrüstung, wie beispielsweise einer guten Regenjacke, ging es Mitte April los.

„Wir waren zunächst einen Tag in Heidelberg am Sitz des IJM“, sagt die 15-Jährige. Dort entwickelten die 19 Schüler einen Plan, was sie während ihrer Reise erforschen und wie sie dabei vorgehen wollten. „Das ist ein Teil des Programms ‚Master-Mint’: Wir Schüler entwerfen selbst ein Konzept davon, was wir tun und lernen möchten.“ Bis tief in die Nacht habe man gearbeitet. Am nächsten Tag ging es mit dem Flieger von Frankfurt direkt nach Keflavík, nahe der isländischen Hauptstadt Reykjavík.

Dort angekommen, fuhren sie in zwei Kleinbussen eine Woche lang um die Insel – langweilig wurde es den Schülern aber nicht. „Wir haben uns jeden Tag in vier unterschiedliche Gruppen aufgeteilt und zu den Themen Flora und Fauna, Menschen und Kultur, Wirtschaft und Geografie, geforscht.“ Dafür haben die Schüler Bodenproben genommen, Pflanzen und Tiere fotografiert und mit Menschen gesprochen. Am Ende entstand aus den Tagesberichten eine ganze Forschungsarbeit.

Zeit, über etwas anderes als das Projekt nachzudenken, blieb kaum. „Wir sind abends am Hotel angekommen, haben unsere Sachen rausgeworfen und dann den Laptop angemacht, um zu arbeiten. Nach dem Essen haben wir dann eine Präsentation vorgestellt und später sind wir ins Bett gefallen“, sagt Nina Bechtel.

Dabei seien die Isländer sehr kontaktfreudig. „Wir haben in einem Supermarkt Leute befragt. Es hat da keinen gestört, dass plötzlich 19 Schüler den Markt stürmen“, sagt Nina Bechtel. Eine ältere Frau habe ihnen auch auf Deutsch geantwortet.

Ein weiterer Höhepunkt: Der Godafoss-Wasserfall. „Da konnte man bis an den Abgrund gehen. Direkt neben einem stürzt das Wasser in die Tiefe – das war wirklich atemberaubend“, erinnert sich die Schülerin.

Tränen beim Abschied

Dabei war sie sich anfangs gar nicht sicher, ob sie mit nach Island gehen solle. „Man muss den Stoff der Schule nachholen und anschließend drei Präsentationen halten“, erklärt sie ihre Bedenken, die sie vor der Reise hatte. Allerdings haben ihre beste Freundin, ihre Mitschüler und ihre Eltern sie motiviert, nach Island zu reisen. „Als ich dann zurück war, haben meine Lehrer mir geholfen, den Stoff nachzuholen.“ Insgesamt sei die Reise eine tolle Erfahrung gewesen. „Wir haben uns alle sehr gut kennengelernt und zusammengearbeitet“, sagt die 15-Jährige; mit den anderen Teilnehmern stehe sie noch in Kontakt. Beim Abschied seien sogar Tränen geflossen.

Interesse an MINT-Bereichen fördern

Die Forschungsreise nach Island war Teil des Programms „Master-Mint“ des Instituts für Jugendmanagement (IJM) in Heidelberg. Das Programm soll bei Schülern Interesse an den Mint-Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik fördern.

Das IJM bietet Kindern und Jugendlichen nach eigenen Angaben schulergänzende Bildungsprogramme. Dazu gehören unter anderem Bildungsreisen und Expeditionen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage unter www.ijmonline.de. luc

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