Eisenbahn  Wissen der Lokschrauber ist sehr gefragt

Crailsheim / Harald Zigan 15.05.2017
Die Vereine auf dem Areal des früheren Bahnbetriebswerks in Crailsheim öffneten die Tore ihres Lokschuppens – und gewährten Besuchern überraschende Einblicke.

Männer, die nur an uralten Dampfloks herumschrauben? Weit gefehlt: Die Mitglieder der DBK Historische Bahn und der Bahnbetriebswerk Crailsheim AG haben mittlerweile auch Lokomotiven in ihrer Obhut, die durchaus noch auf den Schienen unterwegs sind und von den Experten in Crailsheim wieder auf Vordermann gebracht werden – wovon sich am Wochenende die Besucher beim „Tag der offenen Tür“ im einstigen Bahnbetriebswerk  überzeugen konnten.

Das Instandhaltungsteam rings um Konstantin Neer und Tobias Scharf genießt mittlerweile auch bei der Deutschen Bahn AG einen exzellenten Ruf. Die Auftragsarbeiten bringen nicht zuletzt Geld in die Kasse, das von den Vereinen auch dringend gebraucht wird. Vor allem am Dach und an der Fassade des Lokschuppens aus dem dem Jahr 1866 nagt der Zahn der Zeit kräftig: „Aus eigener Kraft heraus können wir eine Sanierung nicht stemmen“, sagt Alexander Busch-Nowak. Er zählt zu jenen Bahn-Enthusiasten, in deren Herzen die Leidenschaft für dieses Hobby mindestens so heftig lodert wie die Glut im Kessel einer Dampflok.

Natürlich wollte auch Alexander Busch-Nowak wie fast alle Buben ein stolzer Lokführer werden. Eine Berufserkundung in der Lehrwerkstatt der Bahn hat seinen Wunsch aber deutlich gedämpft. So wurde er zunächst Anlagenelektroniker und dann Lehrer an der Eichendorffschule. Die Liebe zur Eisenbahn ist ihm freilich geblieben. Noch heftiger fällt die Leidenschaft bei Jürgen Nicklich aus, der die Besucher kundig über das Gelände führte und ein Füllhorn an Geschichten und Geschichte aus der Ära „150 Jahre Eisenbahn in Crailsheim“ leerte. Sei es nun der Schienenbus „Ulmer Spatz“ aus dem Jahr 1961 oder die 1935 gebaut Rangierlok „Kö 0186“: Jürgen Nicklich kennt seine „Lieblinge“ aus dem Effeff – und besonders gut eine 1942 gebaute Dampflok der Baureihe 44, die derzeit in Crailsheim restauriert wird. Dieses Dampfross hat er sich nämlich selbst zugelegt.

Ein ganz besondere Attraktion war ein originaler Bahnpostwagen aus dem Jahr 1957, der von Mitgliedern der Bundesarbeitsgemeinschaft Bahnpost präsentiert wurde.

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