Tradition Wird der Creglinger Pferdemarkt aufs Wochenende verlegt?

Zuletzt sind auf dem Pferdemarkt in Creglingen immer weniger Tiere aufgetrieben worden. Jetzt will man gegensteuern.
Zuletzt sind auf dem Pferdemarkt in Creglingen immer weniger Tiere aufgetrieben worden. Jetzt will man gegensteuern. © Foto: Archiv
Creglingen / Arno Boas 14.02.2018

Der Trend scheint unumkehrbar: Der Auftrieb zum Pferdemarkt ist weit entfernt von den einstigen Rekordzahlen, als bis zu 243 Pferde nach Creglingen gebracht wurden. Zuletzt waren es nie mehr als 139 Pferde. Der Rückgang hat mehrere Gründe, sagt Bürgermeister Uwe Hehn. Einer davon: die „alten“ Pferdehalter scheiden aus, der Nachwuchs nimmt den erheblichen Aufwand nicht mehr auf sich, der mit dem Besuch der Veranstaltung verbunden ist.

„Früher war es für Pferdehalter eine Ehre, ihre Tiere im Ring den Besuchern und der Jury zu präsentieren“, so das Creglinger Stadtoberhaupt. Die jüngere Generation sei da pragmatischer, sehe nicht ein, eigens für den Tag Urlaub einzureichen und in der Früh von 4 Uhr an auf den Beinen zu sein. Insgesamt sei die Zahl der Pferdehalter rückläufig beziehungsweise es würden mehr hochgezüchtete Pferde gehalten, und auch manche Reitvereine hätten Nachwuchsprobleme.

Umso mehr schätzt die Stadtverwaltung das Engagement all derer, die noch Jahr für Jahr nach Creglingen kommen, ihre Lieblinge herausputzen und sie in der Kieselallee vorstellen.

Vergütungssätze erhöht

Um den Anreiz zur Teilnahme an der Prämierung zu erhöhen, hat die Stadt letztes Jahr die Vergütungssätze leicht erhöht. Und es gibt konkrete Überlegungen, den Pferdemarkt von Mittwoch aufs Wochenende zu verlegen. Dies soll in zwei Jahren zum 100-Jahr-­Jubiläum des Marktes erstmals probiert werden. Und möglicherweise bleibt es dann dabei. Findet der Pferdemarkt zum Beispiel an einem Samstag statt, so die Hoffnung der Verantwortlichen, würden sich mehr Teilnehmer für Prämierung und Umzug finden lassen.

Der Gemeinderat hat jüngst eine Kommission gegründet, die sich im Frühjahr erstmals treffen soll, um über das Jubiläum 2020 und generell über die Zukunft des Pferdemarktes zu beraten. Offen ist die Frage, ob man auf einen Samstag oder einen Sonntag geht – gegen den Sonntag spricht, dass man in manchen Jahren mit den Faschingsumzügen in der Nachbarschaft kollidieren würde. Die Kommission steht vor schwierigen Entscheidungen.

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