Vor ein paar Tagen ­machte eine E-Mail von Windkraftgegnern die Runde. „Im Burgbergwald wurden gerade die Baustellen auf den nachhaltig gerodeten/zerstörten Waldflächen eingerichtet“, heißt es darin. Dass sich im Burgbergwald und am geplanten Windpark Burgberg etwas tut, ist richtig, davon können sich auch die Spaziergänger und Fahrradfahrer überzeugen. Aber wer meint, dass gleich Windräder aufgestellt werden, der irrt.

Der Investor, die Windenergien GmbH aus Kirchheim unter Teck, der bereits die Windparks Rechenberg, Hummelsweiler und Ellwanger Berge realisierte, plant im Burgbergwald auf Gemarkung Crailsheim vier Anlagen vom Typ Enercon E-138: Nabenhöhe 160 Meter, Rotordurchmesser 139 Meter, Nennleistung von je 3,5 Megawatt. Die Flächen dafür wurden bereits im Februar 2019 gerodet. Ursprünglich waren mal sechs Anlagen angedacht, vier wurden genehmigt.

Beschwerde beim VGH anhängig

Vor einem Jahr wies der Petitionsausschuss des Landtags zwei Petitionen in Sachen Windpark Burgberg ab. Die eine reichte die Bürgerinitiative Genie (Gegen Nachhaltig Ineffiziente Energie) ein, die andere ein Bürger aus Ölhaus – der Ort, der dem Windpark am nächsten liegt. Danach legte der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern, kurz VLAB, Beschwerde beim Verwaltungsgericht (VG) Stuttgart ein. Ende Oktober erging dort ein Beschluss – und gegen den ist beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim eine Beschwerde des VLAB anhängig.

In der Sache geht es um die ­immissionsschutzrechtliche Genehmigung für den Windpark Burgberg. Das VG habe eine Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung „mangels erheblicher nachteiliger Umweltauswirkungen verneint“, heißt es auf Nachfrage beim VGH, und: „Die durchgeführte standortbezogene Vorprüfung sei schlüssig zu dem Ergebnis gekommen, dass u. a. das nahegelegene FFH-Gebiet ‚Bühlertal Vellberg-Geislingen’ nicht erheblich beeinträchtigt werde und das Vorhaben auch das Tötungsrisiko für wildlebende Tiere wie den Rotmilan, den Schwarzmilan, den Uhu oder Fledermäuse nicht signifikant erhöhe.“ Der zuständige Senat entscheidet demnächst über die Sache.
Die Frage ist zudem, ob, und wenn ja wie, sich ein anderes Gerichtsurteil auf den Windpark Burgberg auswirkt. Mitte Dezember vergangenen Jahres stufte der VGH die vom Land Baden-Württemberg jahrelang empfohlene Genehmigungspraxis für Windräder im Wald als rechtswidrig ein.

Kosten von einer Million Euro

„Wir glauben an die Richtigkeit der Genehmigung“, sagt Jochen Kreidenweiss, geschäftsführender Gesellschafter der Windenergien GmbH. Politisch würde die Wichtigkeit der Windkraft zwar immer wieder betont, aber es sei „ziemlich ernüchternd, was da jetzt passiert“. Ohne, dass sich etwas dreht, seien der Firma bereits Kosten von einer Million Euro entstanden, schätzt Kreidenweiss. Die Windenergien GmbH könnte mit dem Bau der Windenergieanlagen – genehmigt sind WEA 3, 4, 5, und 6 – weitermachen, aber auf eigenes Risiko.

Was läuft denn auf der Baustelle im Wald? Bereits im April seien Wurzelstöcke von den gerodeten Flächen entfernt worden, sagt Kreidenweiss. Und jetzt sei ein Brunnenbauer mit vorbereitenden Arbeiten für die Fundamente beschäftigt. Erschwerend sei dabei hinzugekommen, dass jemand Unbekanntes Positionen und Markierungen für die Bohrungen versetzt hätte. Aber solche Sachen würden immer wieder passieren, so Kreidenweiss weiter. Sie bauen ja nicht den ersten Windpark.