Kolumne Wieder einen König?

Crailsheim / Andreas Harthan 07.10.2017

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Crailsheim zwar kein verlorener, aber doch ein vergessener Posten irgendwo im fränkischen Niemandsland war. Weder die Markgrafen aus Ansbach, noch die württembergischen oder bayerischen Könige billigten dem Städtchen an der Jagst Entwicklungspotenzial zu. Das war eine Fehleinschätzung. Crailsheim trägt heute maßgeblich dazu bei, dass die Region Heilbronn-Franken zu den wirtschaftlich erfolgreichsten in Europa gehört. Erst kürzlich verwies Oberbürgermeister Rudolf Michl auf die ständig steigende Zahl von Arbeitsplätzen in der Stadt. Rund 20 000 ­sozial­versicherungspflichtig Be­­schäftigte gibt’s mittlerweile –  ein Anstieg von mehr als 30 Prozent in zehn Jahren.

Kein Wunder also, dass Großkopfete mittlerweile den Weg nach Crailsheim finden. Der bayerische Ministerpräsident etwa war kürzlich da und hat den freundlichen Empfang im Württembergischen genossen. Nur der hiesige MP hatte noch keine Zeit, um sich den prosperierenden Wirtschaftsstandort anzuschauen. Bislang kommt Winfried Kretschmann nur bis Ilshofen und Musdorf. Er weiß wohl nicht, was das Ländle an Crailsheim hat. Haben wir wieder einen König?