Crailsheim Kreuzberg: Ein Dorf mit Anschluss an die Stadt

Bianca Schwiewager lebt gern auf dem Kreuzberg, weil der Stadtteil viel zu bieten hat – bis hin zu einem schattigen Plätzchen zum Verweilen. Für das HOHENLOHER TAGBLATT zählt die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Jugend- und Sozialarbeit die Stärken und Schwächen des Viertels auf.
Bianca Schwiewager lebt gern auf dem Kreuzberg, weil der Stadtteil viel zu bieten hat – bis hin zu einem schattigen Plätzchen zum Verweilen. Für das HOHENLOHER TAGBLATT zählt die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Jugend- und Sozialarbeit die Stärken und Schwächen des Viertels auf. © Foto: Christine Hofmann
Crailsheim / Christine Hofmann 13.06.2018
Kreuzberg ist der jüngste Crailsheimer Stadtteil und zugleich der bevölkerungsreichste. Die Menschen unterschiedlicher Herkunft feiern gern gemeinsam.

„Kreuzberg ist zentral gelegen und trotzdem wie ein kleines Dorf“, sagt Bianca Schwiewager. Die 42-Jährige ist in Crailsheim geboren, in Schrozberg aufgewachsen und lebt seit 2003 im Crailsheimer Stadtteil Kreuzberg. Sie ist glücklich darüber, dass sie mit ihrer Familie in genau diesem Stadtteil gelandet ist. Denn der habe, berichtet sie weiter, alles, was man zum Leben brauche: Einkaufsläden und Bäckereien, Ärzte und eine Apotheke, Banken, Fahrschule, Friseur und verschiedene Gaststätten. Außerdem gibt es Kindergärten und eine Grundschule, mehrere Spielplätze, einen Seniorenpark und mehrere Wohngruppen. „Es gibt Einrichtungen für junge und für alte Menschen, keiner kommt zu kurz“, sagt Schwiewager.

Die meisten Angebote seien bequem zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen. Für weitere Strecken oder für die Fahrt in die Innenstadt gebe es mit dem Stadtbus, der alle halbe Stunde fährt, gute Verbindungen, zählt Schwiewager die Vorteile ihres Stadtteils auf.

Mit seinen 5681 Einwohnern ist der jüngste Crailsheimer Stadtteil zugleich der bevölkerungsreichste. Daher ist es aus Sicht der Bürokauffrau gut, dass es über die Betreuung hi­-naus zahlreiche Angebote für Kinder und Jugendliche gibt. Der Förderverein der Astrid-Lindgren-Schule, dessen Vorsitzende Schwiewager sieben Jahre war, ist hier sehr engagiert, außerdem das städtische Jugendbüro, das im Kreuzberg-Gemeindehaus einen Jugendraum betreibt, sowie die evangelischen und katholischen Kirchen.

„Es gibt überhaupt sehr viele engagierte Menschen in unserem Stadtteil“, ist Schwiewager überzeugt. „Und es herrscht eine große Offenheit.“ Besonders deutlich zeige sich dies am Weihnachtsmarkt und am Fest am Berliner Platz, das alle zwei Jahre von der Arbeitsgemeinschaft Jugend- und Sozialarbeit ausgerichtet wird, dessen Sprecherin die 42-Jährige ist.

„Es sind sehr viele ehrenamtliche Helfer im Einsatz, um solche großen Aktionen stemmen zu können.“ Der Einsatz lohne sich, denn die Feste würden immer sehr gut angenommen: Menschen verschiedener Herkunft feierten zusammen. Schwiewager: „Wir sind multikulti und sehr offen. Das finde ich schön.“

Der Berliner Platz ist der zentrale Punkt, an dem sich das Stadtteilleben abspielt. Wenn im Sommer der Flusslauf aktiv ist, spielen hier viele Kinder. Menschen begegnen sich auf dem Platz und reden miteinander. Schwiewager: „Für meinen Geschmack könnte der Berliner Platz noch besser belebt sein – zum Beispiel wenn es eine Eisdiele gäbe. Aber die haben wir leider nicht.“

Viel mehr als eine Eisdiele fehle jedoch eine Mehrzweckhalle. „Das ist seit Jahren ein großes Thema für uns – und leider wird es noch Jahre dauern, bis wir die Halle bekommen“, sagt die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft. „Weil wir keine Halle haben, kann sich kein Verein gründen. Die vielen Kinder vom Kreuzberg müssen auf Sportvereine in anderen Stadtteilen ausweichen und zum Sportunterricht fahren die Grundschüler mit dem Bus.“ Wenn dieser Missstand einmal behoben sei, gebe es über den Stadtteil eigentlich nichts Negatives mehr zu sagen, ist Schwiewager überzeugt. Und sie fügt an: „Der Kreuzberg ist ein schöner Stadtteil.“

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