Heilbronn/Rosengarten Westheimer Drogendealer-Prozess: Fünf Jahre für Trio-Ältesten?

Heilbronn/Rosengarten / ELEONORE HEYDEL 28.11.2014
Die drei jungen Männer aus Westheim, die wegen bandenmäßigen Drogenhandels vor dem Heilbronner Landgericht angeklagt sind, sollen stark abgestuft bestraft werden. So fordert es die Staatsanwältin.

2012 und 2013 hat das Trio von Westheim aus einen schwunghaften Handel mit Haschisch betrieben. Auch Minderjährige sind versorgt worden. Der älteste Angeklagte (heute 22) hielt die Verbindung zu einem bisher unbekannten Drogen-Lieferanten. Beim zweitältesten (heute 21) konnten die zahlreichen Käufer das Material abholen und bezahlen, der jüngste (heute 20) war Freund und Unterstützer auf allen Gebieten.

Von allen Zeugen wird der 22-Jährige, der seit März 2014 inhaftiert ist, als tonangebend beschrieben. Er war der Kopf der Bande, wie der Volksmund sagen würde. Die junge Staatsanwältin aber, die in Heilbronn stellvertretend für den Haller Oberstaatsanwalt Peter Bracharz die Anklage vertritt, kann in dem kriminellen Trio keinen bandenmäßigen Zusammenschluss erkennen. "Es reicht nicht für eine Bande", waren ihre ersten Worte, als sie am späten Mittwochnachmittag ihr Plädoyer begann. Sie setzt sich damit in Widerspruch zu Oberstaatsanwalt Bracharz, der den Fall vor das Heilbronner Landgericht brachte.

Der älteste Angeklagte ist nach Ansicht der Staatsanwältin zwar nicht Kopf einer Bande, aber er soll auf jeden Fall den Kopf hinhalten. Dabei geht es nicht nur um Drogenhandel, sondern auch um eine Scheinerschießung in einem Wald, bei dem das kriminelle Trio mit einem jungen Drogenabnehmer "russisches Roulette" spielte. Der Jüngste des Trios hielt dem Opfer einen Schreckschussrevolver an die Schläfe und drückte ab. Die Waffe war ungeladen, das Opfer aber in Todesangst.

Landgericht will Urteil am 8. Dezember sprechen

Für den bereits inhaftierten, allerdings kaum vorbestraften 22-Jährigen fordert die Staatsanwältin eine fünfjährige Freiheitsstrafe. Er soll die Strafe teilweise in einer geschlossenen Anstalt für Suchtkranke abbüßen - mit gleichzeitiger Therapie. Für den Jüngsten, bei dem eine frühere Jugendstrafe einzubeziehen ist, fordert sie dreieinhalb Jahre Jugendgefängnis. Die besten Karten hat der heute 21-Jährige in der Mitte: Er soll nur zwei Jahre Jugendstrafe auf Bewährung bekommen. Das Urteil soll am 8. Dezember verkündet werden.