Crailsheim Kulturwochenende: Wer nicht kommt, verpasst viel

Am übernächsten Wochenende ist es wieder soweit: Während des Kuwos ist die Crailsheimer Innenstadt eine einzige große Bühne, auf der Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt auftreten.
Am übernächsten Wochenende ist es wieder soweit: Während des Kuwos ist die Crailsheimer Innenstadt eine einzige große Bühne, auf der Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt auftreten. © Foto: Ralf Snurawa
Crailsheim / Andreas Harthan 13.07.2018
Nächste Woche ist es soweit: Das 23. Crailsheimer Kulturwochenende wird eröffnet – erstmals von Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer. Vier Tage lang gibt’s jede Menge Kultur.

Crailsheim ohne Kuwo? Das ist schon lange nicht mehr denkbar. Am kommenden Donnerstag eröffnet Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer das 23. Kulturwochenende. Schon jetzt freuen sich viele Kulturfreunde in Stadt und Region auf die vier Tage, die Jahr für Jahr Crailsheim in ein Art Bienenhaus verwandeln: Überall summt und brummt es in der Innenstadt, Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt zeigen auf großen und kleinen Plätzen, was sie können.

Sie leben nicht nur vom Honorar, dass ihnen die Stadt mit Unterstützung der Crailsheimer Wirtschaft und inzwischen vielen Pin-Käufern zahlt, sondern auch vom Applaus der vielen Tausend Besucherinnen und Besucher. Wenn sie stehen bleiben, wenn sie zuhören und zuschauen, ist das der schönste Lohn für die Musiker, Komödianten und Artisten. Folgerichtig lautet das Motto des Kulturwochenendes (19. bis 22. Juli) „verWEIL halt!“. Wobei das den Zuschauern erst gar nicht gesagt werden muss, denn sie wissen schon seit vielen Jahren, dass Vorbeigehen die falsche Entscheidung wäre, weil sie dann Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau verpassen würden.

Zeichen der Humanität

Wobei es nicht nur um Unterhaltung geht. Wenn Künstler auch in der Behindertenwerkstätte auftreten und im Altenheim auf dem Kreuzberg, werden die Kuwo-Macher ihrem Anspruch gerecht, Kultur für alle bieten zu wollen. Wenn die Kuwo-Macher die Brass-Band „Banda Internationale“ aus Dresden einladen, ist das in Zeiten, in denen vor Krieg und Verfolgung geflüchtete Menschen fast nur noch als Bedrohung wahrgenommen werden, ein humanitäres Ausrufezeichen. In dieser Gruppe musizieren deutsche Musiker mit Kollegen aus aller Welt, mit Menschen, die flüchten mussten, um ihr Leben zu retten. Wenn die Kuwo-Macher erneut Musizierende aus der Stadt auftreten lassen, ist das trotz aller Internationalität, die man sich auf die Fahne geschrieben hat, ein Zeichen von Verbundenheit mit der Stadt, die das Kuwo 1996 erstmals ermöglicht hat, und es bis heute tut. Vor diesem Hintergrund sind viele Kuwo-Freunde gespannt, wie der neue Oberbürgermeister mit dem Kulturspektakel umgeht – sein Vorgänger Rudolf Michl war ja ein ausgewiesener Kuwo-Fan, er verpasste während der vier Tage kaum eine der Aufführungen.

Internationale Künstler

Schon der musikalische Kuwo-Auftakt am Donnerstagabend hat es in sich, denn mit Klazz Brothers & Cuba Percussion gastieren Musiker im Spitalpark, die weltweit gefragt sind – auch bei Hollywood-Filmproduktionen mit Tom Cruise und Will Smith. Den Musikern ist die Semper-Oper in Dresden so vertraut wie die Philharmonie in Berlin. Und weil die Kuwo-Macher längst einen guten Ruf in der internationalen Kulturszene haben, machen renommierte Musiker einen Abstecher in den Crailsheimer Spitalpark.

Erholung und Mahnung

Dass das Kuwo mehr als beste Unterhaltung bietet, beweist in diesem Jahr aufs Neue das Eisweiher-Team. Es sorgt einerseits für einen Rückzugsort, den insbesondere Kinder gerne nutzen, es greift andererseits mit seiner Installation „Meer davon!“ eine der drängenden umweltpolitischen Fragen unserer Zeit auf: Wie kann der Plastikmüll reduziert werden? Wer am Ufer des Eisweihers sitzt und statt Wasser nur Müll sieht, erkennt mit einem Blick die Größe des Problems.

Info

Mehr Informationen und das komplette Kuwo-Programm gibt es im Internet unter www.kulturwochenende-crailsheim.de.

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