Dinkelsbühl Aladdin: Wenn nur noch ein Freund helfen kann

Maike Frank als Dschinni und Maximilian Westphal als Aladdin haben jede Menge Abenteuer zu bestehen.
Maike Frank als Dschinni und Maximilian Westphal als Aladdin haben jede Menge Abenteuer zu bestehen. © Foto: Ralf Snurawa
Dinkelsbühl / Ralf Snurawa 04.07.2018
Das Landestheater Dinkelsbühl bietet mit „Aladdin“ ein Familientheaterstück für kleine und große Zuschauer.

Nein, nein, sie holen ihm die Wunderlampe nicht aus der gruseligen Höhle. Da hatte sich Großwesir Dschafar gehörig vertan, als er die Kinder in der ersten Reihe fragte, ob sie nicht das arme Kind sein möchten, das als Einziges fähig wäre, die Wunderlampe für ihn zu besorgen.

Dafür war Bernd Berlebs Dschafar in Jürg Schlachters Inszenierung des Kindertheaterstücks „Aladdin“ bei den Sommerfestspielen des Landestheaters Dinkelsbühl aber auch einfach zu fies, zu gemein, zu böse. Dem tut man nicht so einen Gefallen. Da soll er sich doch jemand anderes suchen.

Und leider findet er ihn auch: in Aladdin. Maximilian Westphal lässt den von einem Abenteuer ins nächste stolpern – immer ein bisschen geleitet von Monika Reithofers listiger Meisterdiebin Samira. Beide bestehlen sie die miteinander wunderbar streitenden Händler (Maike Frank und Peter Paniaska) – und Samira auch den Großwesir, der mit Prinzessin Jasmin unterwegs ist.

Und das finden die Kinder in der Vorstellung dann wieder gut: dass dem Bösen auch einmal etwas Schlechtes widerfährt. Und dass er glaubt, einen der Diebe, nämlich Aladdin, gefasst zu haben, doch in Wirklichkeit die von Marietta Holl mit Witz gespielte Prinzessin festhält. Die hatte mit Aladdin die Kleider getauscht.

Aladdin will seine wieder zurück und muss dafür Jasmin im Palast besuchen. Die ist traurig, denn sie soll den Großwesir heiraten. Das hat ihr Vater beschlossen, den Peter Peniaska als etwas überzeichnet tölpelhaften Sultan spielt. „Nicht um alles Geld“ singt Marietta Holl anrührend und schmachtet „Wo, mein Prinz, wo bist du?“, die Lieder wurden von Andreas Harwath eigens für die Inszenierung geschrieben.

Der Großwesir bringt sich um die Chance, die Prinzessin zu heiraten. Denn er schleift Aladdin mit zur unheimlichen Höhle, in der zwischen Riesenspinnen und Schlangen die Wunderlampe liegt. Damit gibt Dschafar Aladdin die Möglichkeit, die Prinzessin aus ihrer Lage zu befreien.

Maike Franks unter Strom stehender Dschinni aus der Wunderlampe – „Dschinnis leben über dem Regenbogen“ – erfüllt ihm die entsprechenden drei Wünsche. Beim Showdown im Palast nach dem Morgensport des Sultans zusammen mit dem Publikum scheint zunächst alles gut zu laufen für Aladdin, aber dann gibt er die Wunderlampe versehentlich aus der Hand.

Dschafar ergreift sie und scheint noch einmal alles zu wenden. Die Schreie von den Publikumssitzen werden lauter. Zum Glück gibt es noch Aladdins Freundin Samira, die dem Großwesir die Wunderlampe abluchst – und alle können zum Schlusslied übers Wünschen aufatmen und sich klatschend über das glück­liche Ende freuen. Es hätte auch ein Schlusslied über wahre Freundschaft werden können.

Info

Die nächsten Nachmittagsaufführungen von „Aladdin“ sind am 14. und 15. Juli, jeweils um 15.30 Uhr. Für diese Vorstellungen muss man sich anmelden. Weitere Infos finden sich unter www.landestheater-dinkelsbuehl.de.

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