Crailsheim Wenn sich viele neue Türen öffnen

Crailsheim / Linda Galumbo 21.01.2019
Den richtigen Bildungsweg zu finden, ist nicht immer leicht. Häufig fehlt den Schülern auch der Überblick. Der Infotag der Beruflichen Schulen Crailsheim am Samstag bringt Orientierung.

Den Realschulabschluss in der Tasche – und nun? Ausbildung beginnen oder doch lieber noch ein paar Jahre Schule dranhängen? Das Abitur machen, um eventuell ein Studium anzufangen? Die Möglichkeiten sind zahlreich. Grundsätzlich gilt in Baden-Württemberg „kein Abschluss ohne Anschluss“, wie Katrin Berk, Schulleiterin der Eugen-Grimminger-Schule, bei der Eröffnung des Infotages am Crailsheimer Berufsschulzentrum erklärt. So ist also kein Bildungsgang eine Sackgasse, sondern nach jedem Abschluss öffnet sich eine Fülle neuer Türen für die Schüler.

Zahlreiche Besucher sind gekommen, um sich über die Bildungswege zu informieren. Für Soykan Denz war nach dem allgemeinbildenden Abschluss klar, dass er seine Mittlere Reife auf der Berufsfachschule Gesundheit und Pflege absolvieren möchte, da es ihm gefalle, anderen Menschen zu helfen. Der 18-jährige Schüler zeigt am Infotag chemische Versuche, die Einblicke in die Unterrichtspraxis bieten sollen.

Fürs Leben lernen

Nicht weniger lehrreich präsentiert sich die Kaufmännische Schule, bei der Schüler und Eltern einen Probeunterricht im Profilfach Betriebswirtschaftslehre bekommen. „Hier lernt man fürs Leben“, sagt Lehrer Ulrich Burkhardt. Egal, ob Steuererklärung, Kredite oder Online-Shopping: Die Betriebswirtschaftslehre begegne einem im Alltag öfter, als man denkt. Dass die Schule ihrem Motto „Mehr als Schule“ gerecht wird, ist allein im Foyer anhand der vielen außerunterrichtlichen Arbeitsgemeinschaften zu sehen, darunter der Schulsanitätsdienst oder die Japan-AG.

Lukas Kuch, 16, ist noch unsicher, ob es für ihn ans Wirtschaftsgymnasium oder an das Berufskolleg geht. Er hat noch keinen konkreten Berufswunsch vor Augen. „Mit BWL mache ich nichts falsch und mir stehen danach immer noch alle Türen offen“, sagt er. Cindy Guttknecht dagegen weiß ganz genau, wohin ihr Weg führen soll: an die Gewerbliche Schule. Sie möchte Kfz-Mechatronikerin werden. Lukas Ludwig aus dem dritten Ausbildungsjahr gibt ihr ehrliche Auskünfte auf ihre Fragen. Eher untypisch, dass sich ein Mädchen so für Autos interessiert, doch ihren Berufswunsch hat sie bereits bei einem Praktikum kennengelernt, das sie in ihrer Wahl bestätigt hat. „Es muss auch Frauen geben, die zeigen, dass nicht nur Männer bestimmte Berufe ausüben können“, sagt die 15-Jährige. Dadurch, dass sich die Fahrzeugtechnik stets weiterentwickelt, wird es auch bei der Gewerblichen Schule eine Neuerung geben: „Elektro- und Hybridfahrzeuge sind die Zukunft. Wir bauen unsere Werkstatt im Moment so um, dass wir auch in den neuen Technologien sicherheitstechnisch ausbilden können“, betont Lehrer Hermann Eckert.

Ob man also schon genau weiß, was man nach der Schule machen möchte oder ob man sich eine erste Orientierung holen will: Der Tag bietet die Möglichkeit, sich über die weitere schulische Laufbahn zu informieren, sei es über die Schüler oder die Lehrer. Bei der Fülle der Türen findet vielleicht jeder die passende für sich.

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Info

Mehr zu Schularten und Bewerbungsverfahren auf den Internetseiten der Beruflichen Schulen: Eugen-Grimminger-Schule (www.eugen-grimminger-schule.de), Kaufmännische Schule (www.kscr.de), Gewerbliche Schule (www.gscr.de)

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