Hans Scholl wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass erinnert die Stadt Crailsheim, die Scholls Geburtsstadt ist, das ganze Jahr über an seine Person, seinen Mut und seine Zivilcourage. Morgen, am Geburtstag Scholls, wird zur Erinnerung an die beiden Widerstandskämpfer gegen die NS-Diktatur, Hans Scholl und Eugen Grimminger, ein Denkmal auf dem Platz vor dem Jagstbrückenhochhaus eingeweiht.

Zu diesem Anlass kreierte Bäckermeister Jörg Baier die Crailsheimer Scholl-Rose, ein Konfekt, das dem beliebten Crailsheimerle nachempfunden ist. „Die Scholl-Rose ist ein Gemeinschaftsprojekt“, berichtet Baier. „Die Idee stammt von Christiane Pappenscheller-Simon  von der Crailsheimer ‚Initiative Erinnerung und Verantwortung’ und Stadtarchivar Folker Förtsch hat sich um den erklärenden Text gekümmert.“ Förtsch habe auch den Begriff Scholl-Rose ins Spiel gebracht, analog zur Luther-Rose, die in einigen ostdeutschen Städten im Reformationsjahr als Backwerk ein echter Verkaufsschlager gewesen ist.

Während Baier gemeinsam mit Konditormeisterin Helga Rudolf die erste Charge Scholl-Rosen produziert – in Handarbeit, versteht sich – erklärt er, wie sich das Konfekt zusammensetzt: „Die Grundlage bildet ein Makronenboden. Darauf wird Nougat-Creme aufgespritzt. Anschließend wird beides in Schokolade getaucht und am Schluss mit einer Marzipan-Rose verziert.“

Die Entwicklung des neuen Konfekts sei relativ schnell gegangen, berichtet der Bäckermeister. Es habe etwa zehn Varianten gegeben, bis die jetzige Form gefunden worden sei. Baier: „Die Schwierigkeit lag eher darin, wie die Idee transportiert werden sollte. Wer den Namen Hans Scholl hört, denkt sofort an sein schreckliches Ende. Diese Geschichte mit einer Süßigkeit in Verbindung zu bringen, ist schwierig.“

Deshalb wird jede Schachtel, in die genau sieben Crailsheimer Scholl-Rosen hineinpassen, mit einem Anhänger bestückt, den eine Rosen-Skizze und ein Foto von Hans Scholl zieren. Dazwischen steht folgender Text, der an den Menschen Hans Scholl und an seinen Mut erinnert: „Unter dem Namen ‚Weiße Rose’ leisteten junge Menschen Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur und traten für Freiheit und Humanität ein. An ihrer Spitze stand Hans Scholl, der vor 100 Jahren, am 22. September 1918, im Crailsheimer Stadtteil Ingersheim geboren wurde.“

Denkmal zur Erinnerung an Hans Scholl und Eugen Grimminger wird eingeweiht


Hans Scholl hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert. Seine Geburtsstadt Crailsheim erinnert das ganze Jahr über an seine Person, seinen Mut und seine Zivilcourage.

Mit der Errichtung des vom Stuttgarter Künstler Jörg Armbruster gestalteten Denkmals vor dem Jagstbrückenhochhaus verankert die Stadt Crailsheim nun das Gedenken an ihn und Eugen Grimminger, eine weitere herausragende Persönlichkeit des Widerstands im Dritten Reich, fest im Stadtbild. Auch Grimminger war Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ und wurde in Crailsheim geboren.

Ehrengäste und interessierte Bürger kommen morgen um 11 Uhr zum Platz vor dem Jagstbrückenhochhaus, der zum Teil in „Weiße-Rose-Platz“ umbenannt wird, zur Einweihung des neu geschaffenen Denkmals zur Erinnerung an die zwei Widerstandskämpfer.

Der Anstoß für die Errichtung des Denkmals ging von der „Initiative Erinnerung und Verantwortung“ aus.